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Papierfischchen und Wollmäuse : präventive Konservierung im Museum ; 27.9. - 11.12.2022
Entstehung
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Papierfischchenund Wollmäuse

Präventive Konservierungim Museum

,, A little thought and a little kindnessare often worth more than a greatdeal of money."

( John Ruskin 1819-1900, engl. Schriftsteller,Sozialreformer und Kunstkritiker).

Ein sensibler Umgang mit den uns zur Verfü-gung stehenden Ressourcen wurde schon im19. Jahrhundert diskutiert. So stellte JohnRuskin fest, dass eine behutsame, ja auchhartnäckige und regelmäßige Umsorge❝ un-serer Kulturgüter hilft, um sie für viele Ge-nerationen zu erhalten. Damit lag er schondamals nah an der in den 1980er Jahren ent-wickelten Definition von Nachhaltigkeit, dergemäß nachfolgende Generationen die glei-chen Chancen haben sollen wie jetzige, undhier konkret in der Zugänglichkeit des mate-riellen Kulturerbes. In einem Museum findetdas Bewahren im Vergleich zum Ausstellenund Vermitteln fast gänzlich hinter den Kulis-sen statt. Schaudepots und Schaukonservie-rung sind noch die absolute Ausnahme, tragenaber dazu bei, die Öffentlichkeit für diesenwichtigen Bereich der Museumsarbeit zu sen-sibilisieren. ,, Präventive Konservierung" heißtSchaffung einer schützenden Objektumge-bung, damit Schäden erst gar nicht auftreten;und dies möglichst ohne die Zugänglichkeiteinzuschränken. In diesem interdisziplinä-ren Feld treffen Naturwissenschaft, Kunstge-schichte, Museumsmanagement, Ethik, aberauch Intuition, Gesundheitsschutz und öko-logische Transformation/ Klimaschutz auf-einander. Die Methoden sind mehrheitlichressourcenschonend und damit in allen Berei-chen nachhaltig: in Verantwortung gegenüber

dem Objekt und gleichermaßen gegenüberMensch, Umwelt und Finanzen. Das bedeutetauch, dass Ansätze mit einem unangemessengroßen finanziellen und ökologischen Fuẞab-druck hinterfragt werden. Zusammen mit ihrermeist einfachen Umsetzbarkeit, auch im All-tag zu Hause, ist Präventive Konservierung ge-rade in der heutigen Zeit so wertvoll wie nie.Daher soll in dieser Ausstellung die in unserenBreiten noch zu wenig bekannte Wissenschaftvorgestellt und bekannter gemacht werden.

Geschichte

Die Geschichte der Präventiven Konservie-rung reicht bis weit in die Antike zurück. Sobeschrieb der Architekt und Ingenieur Vitruvschon 80 v. Chr. in seinen, 10 Büchern überdie Architektur" den Zusammenhang von Kli-ma,Schimmelbildung sowie Hygiene und er-arbeitete Vorschriften zur konservatorischenReinigung und Luftzufuhr. Im 19. Jahrhun-dert häuften sich die berechtigten Einwändevon Kunstkritikern, Künstlern, Schriftstellern,wie Ruskin, Ramboux und Goethe am Um-gang mit Gebäuden, Denkmälern sowie Muse-umsobjekten. Diese waren verbunden mit derForderung, hier aktiv zu werden. Der Chemi-ker und Arzt Max von Pettenkofer wies 1850 inder Münchner Pinakothek nach, dass Schwan-kungen von Temperatur und Luftfeuchtig-keit den Verfall von Gemälden beschleunigen.Ende des 19. Jahrhunderts wurden dann eu-ropaweit Forschungsinstitute zur Bestandser-haltung gegründet. Der Begriff, PreventiveConservation" setzte sich in den 1970er Jah-ren durch. Es sollte aber noch bis zu diesemJahrtausend dauern, bis eine fundierte Aus-bildung angeboten und der eigenständige Be-ruf des, Preventive Conservators", vorerst imenglischsprachigen Raum, geschaffen wurde.