auf der sich langsam drehenden Kreuzscheibezu tun haben. Die hier gezeigten braunbemaltenund gelbglasierten Gefäße eine Teekanne undein mit einem Doppeladler applizierter Krug inForm der Istrianer Krüge sind entlehnteFormen und gehören der sogenannten KrainerWare an.
Holz und Metall
16. Figurale Bienenstöcke und Fluglochmaskenaus Mähren. Zu den imposantesten Denkmälernvolkstümlicher Schnitzkunst gehören die Schön-hengster Klotzbeuten, die meist aus mächtigenLindenstämmen bestehen und auf der Vorder-seite geschnitzte Reliefs aus dem Vollen tragen.Die Schnitzwerke sind nicht Werke von bäuer-lichen Bienenzüchtern, sondern von berufs-mäßigen Schnitzern und Bildhauern, die geradeim Schönhengster Gebiet im 18. Jahrhundertsehr zahlreich tätig waren. Wir müssen nichtunbedingt an Einflüsse von weither denken,denn die figurale Verzierung von Bienenstöcken- oder nur mit Applizierung von Flugloch-masken, wie die ausgestellten drei Masken wohlaus dem mährisch- walachischen Raum zeigen-ist von Nordböhmen und Schlesien bis hineinin die Slowakei üblich gewesen. In dieservolkstümlichen Einbettung lag nun die schöpferi-sche Eigenwilligkeit eines begabten Schnitzersder zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf derHand, einen eigenen Typus zu kreieren. Deshalbmuß man auch diese Bienenstöcke zur Volks-kunst rechnen, genau so wie wir es mit derKrippenschnitzkunst tun: es kommt hier einzigund allein auf die Traditionen an, die wirksamwerden. Während die Flugloch masken, auchwenn sie als Teile in einen mächtigen Doppel-adler eingefügt sind, ihren unmittelbaren Zu-sammenhang mit dem mährisch- walachischenGebiet haben, gehen die biblischen Dar-stellungen vor allem auf die Erzählung vonSimson im Buch der Richter im Alten Testamentzurück: Simson zerreißt einen Löwen und nachwenigen Tagen findet er im Aas desselben einBienenvolk und Honig, den er mit seinen Elternverzehrt. Dieser Zusammenhang geht also überden bibelkundigen Imker, der den Bildhauerinspiriert. Wie sehr das 19. Jahrhundert in derBibelkenntnis gegenüber der vorhergehendenZeit abgefallen ist, beweist die spätere Be-zeichnung des Simson als Daniel oder Herkules,die mit der beabsichtigten Darstellung aberschon gar nichts zu tun haben.
17. Holzmörser aus Mähren. Großer Holz-mörser, aus dem Vollen geschnitten, mit einemvon den in ganz Europa verbreiteten Mörsernabweichenden Tragsteg am ausgenommenenMittelring und einer Verstärkung durch Eisen-bänder. Stößel mit länglich verdickten Enden.
Aus dem Kuhländchen, Mähren, um 1850. Erwurde zum Entschälen des Getreides undStoßen von Mohn und Stücksalz verwendet.18. Hackenstöcke der Goralen und Huzulen.Ursprünglich war der Hackenstock ein eisen-bewehrter scharfgeschliffener Hackenstock derHirten, um im Gebirge jederzeit einem Wolfentgegentreten zu können. Doch schon früh,sicherlich schon im ausgehenden Mittelalter,setzt eine Verzierung des Hackenstockes unddamit seine Degradierung zum Spazierstock ein:die Choden der Tauser Gegend in Böhmenentwickelten einen Typus mit einer Spitze, dieGoralen nicht ihre eigentlichen Hirten-begannen schon um 1800 mit der Verzierungdes Griffteiles durch Zinneinlagen drei Stückeaus der Zeit um 1810 bis 1830 sind ausgestellt-,die Ungarn brachten es zur verzierten, aberwehrhaften Schlagwaffe, dem Fokos, wogegendie Huzulen ihren Topor in der bei ihnen beliebtenDraht- und Glasperlenarbeit ganz in Holz oderim massiven Messingguß als Schlagwaffe aus-bildeten. Als Beleg der weiten Verbreitung diesesElementes wird noch ein in Holz ausgeführterHackenstock aus Kievo bei Verlika in Nord-dalmatien gezeigt.
19. Huzulische Holzwaren. Die huzulische Volks-kultur hat ihren Schwerpunkt in der Holz-verarbeitung, weshalb auch der Formenschatzso mannigfaltig ist. Vom Schnitzen bis zurBrandtechnik werden hier alle Ziertechnikenverwendet. Eine gewichtige Rolle spielt alsTypengrundlage das Fäßchen, gleich, ob ausdem Vollen geschnitzt oder aus Daubenzusammengesetzt oder aus Birkenrinde gefügt.Dosen, Tschutren, Doppelgefäße, Schaffe undandere Gefäße werden aus dieser Form ent-wickelt: gleich bleibt die altartige Bindung derRinde und der Reifen, die im nassen Zustandineinandergesteckt werden und durch Trocknungihre Spannung erhalten. Ebenso typisch sind diehuzulischen Eẞlöffel, die eine breite Laffe auf-weisen; der kerbverzierte Stiel wird oft durchKettenglieder oder Ringeinlagen, die aus demVollen mit dem Stiel zugleich geschnitzt werden,zusätzlich ausgeschmückt.
20. Rumänische Spinnrocken. Von den imganzen Südosten verbreiteten und auf alteMittelmeerformen zurückgehenden Spinnrocken-Formen, die alle als richtige Minne- oder Braut-gaben reichste Kerbschnitt- Auszier tragen, hebensich die rumänischen Rocken typenmäßig ab.Die älteste Form sind die Stäbe mit durch-gezogenen und nach oben gebogenen Ruten,die an die ursprüngliche Astgabel erinnern. DasCharakteristische der jüngeren Typen ist dasreichverzierte bogenförmige oder länglich profi-lierte Brettchen, das in die Längsspalte desStabes gesteckt wird und über dieses mehr oderminder weit herausragt. Die Konstruktion istauch Vorbild für jene Stücke, die zwar aus demVollen geschnitzt sind, aber flügelartige gegen-ständige Verbreiterung erfahren. Eine eigenealtartige Gruppe sind die runden Stäbe mit
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