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- wenn wir natürlich von der regen sammleri-schen Tätigkeit Michael Haberlandts absehen-und die besten Berater und Mitarbeiter desMuseums überhaupt. Während aber nun dieanschließenden Landschaften Bosniens, derHerzegowina und Montenegros dank der Mit-hilfe von hervorragenden Männern, wie VejsilĆurčić, Ernst Neweklowsky und vor allemEdmund Schneeweiß, trachtlich und ergologischgut erfaßt werden konnten, hat sich die albani-sche Sammlung- es handelt sich hier vornehm-lich um das katholische Nordalbanien- zueiner Spezialsammlung allerersten Ranges ent-wickelt. Persönlichkeiten, wie Leopold Forstner,Arthur Haberlandt, Theodor Lippich- Limburg,Franz Nopcsa und die bereits erwähnte StephanieRubido- Zichy, haben hier wertvollstes Materialzusammengetragen.
Diese Reihe geht weiter, leider in stets ab-fallendem Rhythmus: Serbien, Bulgarien undGriechenland. Aber so wie hier über den einstgesteckten Rahmen hinausgegriffen wurde, sokönnen wir auch im Norden der alten Donau-monarchie wertvolle Objekte aus dem polnischenund russischen Bereich jenseits der alten Reichs-grenzen verzeichnen.
Um nun diese historische Würdigung auch mitZahlen zu belegen, sei hier vergleichsweise dieAuszählung der Trachten- Textilien des Museumsaus dem Jahre 1952 herangezogen. In diesemJahre besaß das Museum nicht weniger als10.046 in die Sachgruppe Tracht einzuordnendeTextilien, von denen nicht weniger als 5.871 aufdie Sammlung osteuropäischer Volkskulturen,die heute über insgesamt mehr als 23.000 Objektebesitzt, entfielen.
In dieser Trachtentextilien- Statistik ist der Raumder heutigen Tschechoslowakei in der Sammlungosteuropäischer Volkskulturen am besten belegt,und zwar mit 2,640 Trachtentextilien, von denenauf Böhmen 539, auf Mähren- Schlesien 1.753und auf die Slowakei 348 Stücke entfallen.Galizien zählt 595 Trachtenteile, die Bukowina200 entsprechende Objekte. Die Aufteilungdieser Gebiete auf die heutigen Staatsbereichegestaltet sich durch allgemein gehaltene Her-kunftsangaben vorerst schwierig, sie wird sichaber erst nach einer Neuinventarisierung durch-führen lassen. Aus dem außergalizischen Polenbesitzen wir nur drei Trachtenteile, aus derSowjetunion jenseits der alten Reichsgrenze nur22 Stücke, aus Siebenbürgen 62 und aus demübrigen Rumänien 49 Trachtenstücke. DerBereich des heutigen Ungarn ist mit nur60 trachtlichen Objekten belegt. Dagegen ist derRaum Jugoslawiens mit insgesamt 1.800 Trach-tenteilen ausgezeichnet belegt, von denen aufdas Küstenland und Krain 358, auf Kroatien 97,Bosnien und die Herzegowina 275, Serbien 109,Montenegro 36, Mazedonien 44 und Dalmatien881 Trachtenteile entfallen. Das anschließendeAlbanien weist 279, Griechenland 82, Bulgarien53 und die Türkei 26 Trachtenstücke aus.Selbstverständlich handelt es sich bei diesem
Trachtenbestand nicht durchwegs um Einzel-stücke, sondern es sind nicht weniger als108 komplette Trachten aus allen Teilen Ost-und Südosteuropas in dieser Zusammenstellungeingebaut: Böhmen 10, Mähren- Schlesien 20,Slowakei 5, Galizien 10, Bukowina 6, Rußland 1,Siebenbürgen 3, übriges Rumänien 2, Slowenien12, Kroatien 4, Bosnien- Herzegowina 8, Mon-tenegro 1, Mazedonien 2, Dalmatien 13,Albanien 9, Bulgarien 1 und Türkei 1.
Mit dieser Darstellung einer einzigen Sparte sindnatürlich nur Vergleichszahlen gegeben, um demLeser zu helfen, sich von der Größe und Mannig-faltigkeit der Sammlung osteuropäischer Volks-kulturen eine richtige Vorstellung zu machen.Vieles ist schon über die Materialien der Samm-lung osteuropäischer Volkskulturen geschriebenworden, so vor allem in der ÖsterreichischenZeitschrift für Volkskunde; die erste dieseBestände berücksichtigende selbständige Publi-kation aber ist von Michael Haberlandt, demBegründer des Museums und damit auch derSammlung osteuropäischer Volkskulturen, selbst,und zwar das Tafelwerk ,, Österreichische Volks-kunst"( Wien 1911), an die sich die drei Bändeder ,, Werke der Volkskunst" anschließen. Abererst sein Sohn und Nachfolger Arthur Haberlandt,der sich schon 1914 mit der Arbeit ,, Prähistori-sches in der Volkskunst Osteuropas" in dieserSparte einführte, befaßte sich speziell mit denosteuropäischen Sammlungsbeständen. An grö-Beren Publikationen seien hier besonders ,, Diekulturwissenschaftlichen Beiträge zur Volks-kunde von Montenegro, Albanien und Serbien"( Wien 1917), die ,, Volkskunst der Balkanländer"( Wien 1919) und die das osteuropäischeMaterial einbeziehende Arbeit ,, Die volkstümlicheKultur Europas in ihrer geschichtlichen Ent-wicklung" im dritten Band der IllustriertenVölkerkunde von Georg Buschan( Stuttgart 1926)angeführt.
Die Sammlung osteuropäischer Volkskulturenwar bis zum zweiten Weltkrieg in der Schau-sammlung des Museums berücksichtigt. DerUmbruch aber schuf eine neue Situation. Derosteuropäische Bestand konnte vorerst in derNeuplanung keinen wie immer gearteten Platzfinden, galt es doch, zuerst den Hauptakzent aufdie österreichische Volkskultur im Rahmen derheutigen Republik zu legen. Mit dem ständigenAnwachsen der Sammelbestände und der sichstets steigernden Vielfalt der internen Arbeitwurde das schon an und für sich kleine Sommer-palais der Schönborn in der Laudongasse fürdas gesamte Österreichische Museum für Volks-kunde viel zu klein. Eine Radikallösung wirdnun hier zu einer unbedingten Notwendigkeit,will man der Tradition des Museums und denForderungen der Wissenschaft gerecht werden:es ist dies die Verlegung der gesamten Sammlungosteuropäischer Volkskulturen des Österreichi-schen Museums für Volkskunde in ein eigenesGebäude.
Trotzdem konnten nach dem Verschwinden der