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Ich glaube was, was du nicht glaubst : Objekte jzu Phänomenen von Glaube und Aberglaube ; 13.12.2022 - 19.03.2023
Entstehung
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der ,, üblichen Logik des Alltagshandelns"unterscheidet.

Eva Kreissl geht noch einen Schrittweiter und schlägt den Begriff des Aber-wissens" vor. Sie versteht darunter eineForm des subjektiven Wissens, die, immernur anderen[ als] vermeintlich oder fehlge-leitet" erscheint. Ob dieses Wissen als sol-ches von der Mehrheit einer Gesellschaftanerkannt wird( in Form von Religion etwa)oder nicht( in Form von Esoterik oder Pseu-dowissenschaft), hat weniger etwas mit derArt des Wissens oder Glaubens zu tun alsmit Machtverhältnissen in der Gesellschaft.

Magische Prinzipien

In abergläubischem Denken und Handelngibt es mehrere Prinzipien, über die derenWirksamkeit beschreibbar wird: Im Prinzipder sympathetischen Magie oder nachdem Ähnlichkeitsprinzip wird gleiches mitgleichem behandelt oder erwirkt; dieseIdee kennen wir aus der Homöopathie.Ein anderes Prinzip, das auch in derkatholischen Religion bekannt ist, ist jenesdes Gegensatzes, das in Zauber- oderSegenssprüchen zum Einsatz kommt,wenn etwa die Anrufung eines oder einerHeiligen dämonisch bedingtes Unheilabgewehrt werden soll. Weit verbreitetwar in der katholischen Religion derReliquienkult, der wiederum auf demPrinzip des Berührungszaubers oder derkontagiösen Magie zurückgeht. Diesesbesagt, dass die Berührung mit einemTeil eines Heiligen oder Dämonischen dieKraft dessen auf den Berührten übergehenlässt. Das Nachahmungsprinzip oder diemimetische Magie kennen die meisten vonuns vermutlich aus dem Voodoo. Hier wirdein Vorgang exemplarisch nachgeahmt

und soll in der Wirklichkeit seine Wirkungentfalten, wenn etwa das Bild einesgehassten Menschen durchstochen wird.

Auch über die Wirkungsweise kann

man Magie unterscheiden, die entwederGlück verleihen soll(= positive Magie), oderSchaden und böse Einflüsse abwehren soll(= negative Magie). Davon zu unterscheidenist die schwarze Magie oder Goëtie, die füregoistische Zwecke eingesetzt wird- mandenke an Schadens- oder Liebeszauber-und die weiße Magie oder Theurgie, die ausgemeinschaftlichen Ritualen besteht unddem Nutzen der Gruppe dienen soll.

Derartige Prinzipien waren im 16.und 17. Jahrhundert noch in den Naturwis-senschaften beheimatet. Frühe Forschergingen ganz selbstverständlich von einerVerwobenheit von Makro- und Mikrokos-mos aus, die sich sowohl in der möglichenKommunikation mit Göttern und Dämonen,wie in den sympathetischen Strukturen desAlls, das heißt dem Glauben an die prinzi-pielle Wesensgleichheit von Mensch undNatur, zeigte. Diese sympathetische Ideehat es trotz aller Versuche, Wissen( schaft)vom Glauben zu trennen, bis in unsere Zeitgeschafft und zeigt sich, wenn es um Diskus-sionen über Umweltbeseelung oder die Ver-menschlichung von Gegenständen geht.

Studienprojekte in Linz und Wien

Von März 2021 bis Februar 2022 fandenim Bachelor- Studiengang Kulturwissen-schaften an der Kunstuniversität Linz unddem Institut für Europäische Ethnologieder Universität Wien zwei Lehrveranstal-tungen statt, in denen die Studierendenaufgefordert waren, sich mit Begriffendes Glaubens, Aberglaubens und Wissensauseinanderzusetzen und Objekte für die