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Glitzerwelten aus Glasperlen : Gablonzer Christbaumschmuck : 14.12.2021 bis 6.2.2022
Entstehung
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Arbeiter* innen unter Mangelernährung,der auch kleine Gärten für die Selbstver-sorgung nicht ausreichend entgegenwirkenkonnten. Den Zeitungen der Zeit um 1890ist zu entnehmen, dass wohlhabendePersönlichkeiten deshalb Spenden an dienotleidenden Glasperlenarbeiter* innenin Nordböhmen überwiesen haben.

Die Hohlperlen wurden vielerorts inHeimarbeit hergestellt. Es kam vor, dassdie Arbeitsräume gleichzeitig als Wohn-,Schlaf- und Kochbereich sowie als Kinder-stube dienten. Die Familien samt Kindern- die bereits von frühester Jugend einfacheArbeiten wie das Perlenfädeln erledigenmussten- waren in den Herstellungspro-zess eingebunden. Es war eine Möglichkeithauptberuflich oder im NebenverdienstGeld zu verdienen. Das Verlagssystembedeutete erhöhte Abhängigkeit und Arbeitgegen Stücklohnzahlung. Die Heimarbei-ter* innen hatten im 19. Jahrhundert nichtden geringsten gesetzlichen Schutz undkeine tariflichen Lohnabsicherungen, denndie Produktion war ja aus den Betriebenausgelagert. Da die Sozialgesetze und dieBestimmungen der Gewerbeordnung aufsie nicht zur Anwendung kamen, hatten siekeine Unfall-, Kranken- oder Altersversiche-rung. Sie mussten ihre Betriebsmittel undWerkstoffe wie das Glas und das Petroleumin der Regel selbst stellen. Dabei hatten sieunter anderem mit der Verteuerung desbenötigten Petroleums zu kämpfen. Fallssie neben der Perlenproduktion auch denSilbereinzug selbst besorgten, kamen dieAuslagen dafür noch hinzu. Eine Verbesse-rung der Situation brachten die Heimarbei-tergesetze Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Kontakt mit Blei sowie die Staub-belastung beim Glasschliff brachten enorme

gesundheitliche Belastungen mit sich. Vielelitten zudem an Argyrie, einer irreversiblengräulichen bis schwarzen Verfärbung derHaut, hervorgerufen durch das versehentli-che Verschlucken kleiner Mengen an Silber-lösung beim Verspiegeln der Glasperlen.Das Ansaugen der Metalllösung beim Einzie-hen in die Perlenstäbe wurde in früherenJahren ausschließlich mit dem Mund vorge-nommen. Erste Einzugmaschinen gab eserst ab 1878.

Die oftmals prekäre soziale Situationder Glasperlenerzeuger* innen rund um Gab-lonz, die den Christbaumschmuck für einebessergestellte klientel produzierten, warallerdings kein Einzelphänomen der Zeit undist auch heute noch existent; nur wurde es insogenannte Billiglohnländer ausgelagert.

Glasperlen für

den Christbaum

Hauptakteurin des Gablonzer Christ-baumschmucks war die metallisierteHohlperle. Die ausgewählten Stückezeigen sie in Kombination mit Glasstif-ten, kleinen gerundeten Lochperlen( Rocailles), Glasringen( Wickelringen)und Draht. Daraus wird ersichtlich, dasses sich um eine ganz besondere Art vonChristbaumschmuck aus Glas handelt.Das fertige Produkt bestand nicht auseiner einzelnen, vielleicht bemalten oderplastisch geformten Kugel, sondern wareine filigran wirkende Komposition mitunzähligen Variationsmöglichkeiten:Gegenstände, Fahrzeuge, Tiere, Figuren,Sterne, Ornamente und vieles mehr.

Die Perlenbläser* innen arbeitetenanfangs mit einer einfachen Blasvorrichtung