wurden und teilweise heute noch bekanntsind, beziehen sich darauf, z. B.„, Schweinhaben" bedeutet Glück haben oder einfach:es gut haben. In diversen Sammlungen vonBräuchen und Sprüchen tauchen Schwei-ne immer wieder in Zusammenhang mitLiebe, Ehe und Fruchtbarkeit auf. Heutegehört für viele Menschen der Konsumvon Schweinefleisch zur Neujahrsfeier. Obbereits am 31. Dezember Schwein geges-sen werden darf oder erst am 1. Jännerzum Eintauchen ins neue Jahr- denn ,, dasSchwein wurlt( wühlt) viare( nach vorn)"- darüber scheiden sich die Geister.
Viele Publikationen über Schweineerwähnen ihre Funktion in verschiede-nen Religionen, so etwa in der Himmels-vorstellung der Alten Ägypter oder imantiken Griechenland und Rom, wo sieeine Rolle als Opfertiere spielten. Dashat aber für ihre heutige Bedeutung alsNeujahrsgeschenke keine Bedeutung.
Erwähnt werden auch immer wiedermystische Vorstellungen aus dem Mittelal-ter, als das Schwein als Reittier von Teufelund Hexen galt. Der Teufel tritt in manchenerpressten Geständnissen der Hexenprozes-se in Schweinegestalt auf. Viele mythischeVorstellungen werden zwar in den Büchernüber Schweine erwähnt( Schweine als Ge-spenster in der Adventzeit, Schweine alsNachtgespenster, Schweine als Dämonenetc.), aber es wird nicht verzeichnet, werwann und wo genau derartige Vorstellun-gen pflegte. Daher ist Vorsicht geboten.Außerdem sind hier meistens Wildschweine,besonders wilde Eber, gemeint und weni-ger die domestizierten Hausschweine.
Als Hinweis auf die Entwicklungder Tiere zum Glücksbringer kann Folgen-des dienen: Um 1500 entstand das Ass indeutschen Spielkarten als höchste Karte.In vielen Kartendecks ist auf dem As einSchwein zu sehen. Vielleicht rührt daherdie Assoziation von Schwein und Glück.Außerdem trugen etliche ZahlungsmittelSchweine als Prägung, z.B. manches Notgeldim ersten Weltkrieg. Und der Zusammen-hang von Schweinen und Spardosen alsSparschweine mag auch eine Rolle spielen.Dieser Zusammenhang, so schreibt Franz M.Wuketits in seinem 2011 erschienen Buch,, Schwein und Mensch" könnte aus derenglischen Keramikerzeugung kommen,wo ein bestimmter Ton„ pygg" genanntwurde, der auch zur Erzeugung von Gefä-Ben für die Geldaufbewahrung diente.
Im 19. Jahrhundert, als die Neujahrs-glücksbringer wie wir sie heute kennen ent-standen, waren Schweine jedenfalls schonmit dabei. Ob sie tatsächlich Glück bringen,sei dahingestellt. Heute mögen mancheMenschen an ihren Einfluss glauben, anderenicht. Verschenkt werden sie, weil es eben soTradition ist, weil es eben zu Neujahr dazugehört. Dahinter steht der Wunsch nach gu-ten Sozialkontakten. Wer einen Glücksbrin-ger verschenkt, will damit sagen: mir liegtetwas an dir; wer einen erhält, ist versichert,einen Platz in der Gesellschaft zu haben.
Das Volkskundemuseum Wienschenkt allen Besucherinnen und Be-suchern- symbolisch- seine Glücks-schweinchensammlung und wünscht:,, Ein gutes neues Jahr 2019".