schwarzvioletten Farbe mit Metallglanz kam das weiße Ornamentbesonders gut zur Geltung. Die Farbe wurde zunächst mit einemLappen, später mit einem Pinsel aufgetragen. Die Motive dergekratzten Ostereier knüpfen an andere Dekore an, die z. B. beiTextilien( Stickerei, Blaudruck) oder Glas( gravierter Dekor auf Glä-sern) angewendet wurden. Zur Inspiration der Schöpfer dientenim 19. Jahrhundert und vielleicht bereits in der Barockzeit-auch Holzschnitte der so genannten Bänkeldrucke, d. h. kleinerDrucksachen mit Gebeten und Liedern mit religiösen sowie welt-lichen Themen, die in Wallfahrtsorten und auf Jahrmärkten ver-kauft wurden. Im 20. Jahrhundert gehörten zu beliebten VorlagenAbbildungen auf Ansichtskarten. Auf älteren gekratzten Ostereiernbilden einen Bestandteil des Dekors auch Liebesmotive( Rosmarin-kränzchen, Täubchen), Monogramme, Grußworte und Verse, reli-giöse Symbole wie Marienzeichen, Christogramm, flammendes Herzmit Dornenkrone, Kompositionen mit Kreuz, Herz und Anker( fürGlaube Liebe- Hoffnung), Monstranzen( manchmal in Blüten-form stilisiert), Kreuz mit Attributen des Leidens Christi, Oster-lamm mit Fahne, Kelch usw. Für gekratzte Eier sind Texte typisch,die in einer breiten Skala von kurzen Sprüchen( ,, Frohe Ostern",„ Zum Andenken") bis zu längeren Verssätzen in der Regel Sym-pathie, Freundschaft und Liebe zum Ausdruck brachten( zu denbeliebtesten gehörte„ Wem ich dieses Ei schenke, den liebe ich").Es kommen auch Grüße, patriotische Losungen und Verse ausVolksliedern vor. Gekratzte Ostereier waren besonders beliebt. Ineinigen Regionen bildete sich ein regionaler Ornamentalstilheraus, nicht selten in Anknüpfung an die Stickerei oder ande-re dekorative Textiltechniken( z. B. Ostereier aus der Umgebungvon Rožnov in der Walachei mit einem Dekor, der durch dieTüllstickerei inspiriert wurde).
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