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Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann man inden tschechischen Gebieten- zunächst in der populärwissenschaft-lichen Literatur den Ausdruck Batik zu verwenden, ein Wort ja-vanischer Herkunft, mit dem das Auftragen von Mustern auf Tex-tilien mittels Wachsreservierung bezeichnet wird. Dieses technischeVerfahren wurde manchmal durch das Eintauchen der Ostereier inSauerkrautsaft ergänzt, der die mit Wachs nicht bedeckte Farbe bisauf die weiße Schale wegätzte. Auf diese Weise entstand ein farbi-ges Muster auf weißem Hintergrund. Diese Technik ist am bestenauf Ostereiern aus Südostmähren, aus der Umgebung der StadtVeselí nad Moravou, zu beobachten.
Das benützte Instrument beeinflusst wiederum den Charakterder Zeichnung: verwendet wurden zugespitzte Holzstücke, Strohhal-me und Gänsefedern, später auch Stecknadeln. Mit Hilfe dieserMittel entstanden Ostereier mit tropfenförmigen Ornamenten,bestehend aus Punkten und kurzen Strichen, die durch den ingeschmolzenes Wachs eingetauchten Nadelkopf gebildet werden. Ausdiesen Elementen entstehen Grundmotive, vor allem die Sonnen-scheibe und der Stern, die auf den Seiten und Enden des Eisuntergebracht werden, außerdem Streifen, Fächer und Gitter. Dasmit einer zugeschnittenen Gänsefeder gemalte Dreieck ergänzt dasStrich- und Punktmuster. Der regelmäßige Wechsel und das Wie-derholen der Motive, der Rhythmus und die Symmetrie sind cha-rakteristische Merkmale der Verzierung. Der Tropfendekor war inWest- und Mittelmähren sowie in Böhmen verbreitet, wo er teil-weise bis heute erhalten blieb( besonders im Süden und Südwes-ten). Ähnlich werden Ostereier auch in anderen europäischen Län-dern verziert( z. B. in der Ostslowakei und der Lausitz, in Polen,der Ukraine, Litauen, Dalmatien u. a.).
Eine Variante der oben beschriebenen Technik stellt das Be-malen mit Farbwachs dar, das auf dem weißen oder gefärbten Eiverbleibt und somit ein Reliefmuster bildet. Diese Tradition entfal-tete sich am meisten in Südmähren in der Umgebung der StädteHustopepeče und Kyjov. Das Bienenwachs oder Paraffin wird mitPulverfarben gefärbt und in der Regel mit einem Strohhalm oderzugespitzten Streichholz aufgetragen; die Linie ist dicker, das Mus-ter größer und deutlicher. Es wird auch schwarzes Wachs verwen-det, wie es von Schustern gebraucht wurde. Diese Verzierungstech-
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