Färben und Techniken der Verzierung
Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurden zum Eierfärben über-wiegend Farbstoffe pflanzlicher Herkunft mit verschiedenen Zutatenbenutzt, etwa der Absud von Frühlingssaat, Baumrinde( Erlen-,Eichen-, Birken- oder Apfelbaumrinde), von Heu, Safran, Hartriegel-blüten, Birkenblättern usw. Bis heute überlebte das Färben in Zwie-belschalen in der Farbenskala von rot bis goldbraun. Im 16. Jahr-hundert ist die Anwendung eines aus Fernambukholz gewonnenenFarbstoffs belegt, das aus Brasilien importiert wurde( Caesalpinia echi-nata Lam.). Dieser Farbstoff war auch in den tschechischen Ländernfür das Färben von Ostereiern am beliebtesten. Durch das Kochensolcher Holzsplitter in Wasser wurde eine sattrote bis rotviolette Far-be gewonnen. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden Natur-farbstoffe durch künstliche Farbstoffe ergänzt oder ersetzt. BesondersAnilinfarben, welche die Farbenskala mit neuen Schattierungen erwei-terten( z. B. violett, blau, rosa) beeinflussten die Ostereierverzierung.Im 20. Jahrhundert kamen industrielle Pulverfarben zum Einsatz.
Das Färben, das verwendete Werkzeug und das damit verbunde-ne technische Verfahren hängen eng von einander ab, zusammenbedingen sie den Charakter der in Mähren vielfältigen Verzierungder Ostereier.
Wachsmalen
Das Gestalten des Musters mit Bienenwachs, anschließendem Fär-ben und wieder Entfernen des Wachses ist im slawischen Sied-lungsgebiet am weitesten verbreitet und wird von Forschern als dieälteste Verzierungstechnik angesehen. In mehreren Arbeitsschrittenwird abwechselnd ein Muster mit Wachs aufgetragen und das Eiin verschiedene Farbbäder getaucht. Die Stellen mit den Wachs-mustern nehmen die Farbe nicht an und bleiben folglich eierscha-lenfarben bzw. in der danach verwendeten Farbe erhalten. Abschlie-Bend wird das Wachs zur Gänze wieder entfernt.
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