DIE EIBINGHOF- BILDER
Die Eibinghof- Bilder entstanden in den dreißiger Jahrenund in der Nachkriegszeit. Hans Essinger lernte denEibinghof vor dem Krieg als Tourist und im Rahmen einesSchulschikurses kennen, verbrachte viele Ferien dort undarbeitete im Jahr 1945, aus der Kriegsgefangenschaftentlassen, als Knecht auf diesem Hof.
Die archaische Welt dieses Bergbauernhofes, die autarkeWirtschaftseinheit, das strenge Gefüge des Hauswesenserweckten Liebe und Bewunderung des Malers. So bildeteHans Essinger den Hof Winkel für Winkel ab und hinter-ließ in den Bildern eine einzigartige hauskundlicheDokumentation des Hofes.
Besonders bemerkenswert an dieser Bildserie ist, daß wirin unserem Jahrhundert volkskundliche Quellen im Werkeines Künstlers finden, ohne gleichzeitig Verniedlichungund Romantisierung festzustellen. Hans Essingers Bildersind keine oberflächliche Schaustellung einer" heilenWelt", sondern dokumentieren einen durchaus wertvollen,aber im Vergehen begriffenen Lebensraum.
Neben den inhaltlichen Aspekten ist die Auseinander-setzung des Künstlers mit den technischen Problemen derDarstellung bemerkenswert. Das Eingehen auf die zweck-orientierte, klare und wohl dadurch so ästhetischeKonstruktion des Eibinghofes, die wundersamen undspärlichen Lichtführungen in den Räumen, die auf dasNotwendige reduzierten Gegenstände des täglichen Lebens,die Brauntöne von Holz und Gerät haben den Maler zubesonderen Leistungen herausgefordert.