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Die Außenstellen des Österreichischen Museums für Volkskunde : Ursulinenklosterapotheke in Wien und Schlossmuseum Gobelsburg
Entstehung
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möglich gehalten hätte. Da sind also Vergleichsmöglichkeiten nicht nurfür die Fachleute gegeben, es kann sich ein spezieller Zweig dessen ent-falten, was wir Volkskundliche Bildung" zu nennen gewohnt sind.Die Rückwirkung auf die Museen ist einstweilen noch nicht abzusehen,weil wir zumindest im Fachgebiet ,, Volkskunde" diese Erscheinung nochnicht gehabt haben. Wir sind einigermaßen überzeugt davon, daß siesich, und zwar gerade im Zusammenhang mit unserem schönen, aberletztlich doch auch schlichten Schloßmuseum Gobelsburg, noch weiterausfächern wird. Die ganze komplexe Erscheinung ÖsterreichischeVolkskunst" wird durch die Darbietung von Werken ihrer Blütezeit inder Frühen Neuzeit einfach bei weitem allgemeiner bekannt sein als siees bisher in der allgemeinen Meinung, die beispielsweise durch denSchulunterricht geformt erscheint, derzeit noch ist. Man kann da an ver-schiedene weitere mögliche Folgerungen denken, beispielsweise an einegewisse Hebung des Selbstbewußtseins breiterer Schichten unseres Staats-volkes. Ein bißchen gesunder Stolz auf eigene Leistungen dürfte jadurchaus wünschenswert sein; er kann sich aber doch nur entfalten,wenn solche Leistungen, eben beispielsweise auf dem Gebiet der Volks-kunst, tatsächlich und eindringlich vor Augen geführt werden.Es wird sich also vielleicht auch in dieser Hinsicht das gelohnt haben,was wir bisher alles in dieses Schloßmuseum Gobelsburg investiert ha-ben. Wir werden aber dadurch sicherlich nicht der Frage enthoben, wei-terhin an die Zukunft des Museums für Volkskunde mitten in Wien zudenken. Selbst wenn man daran denken könnte, noch ein zweites Schloß-museum irgendwo draußen auf dem Lande mit Beständen des Museumsauszustatten: Das zentrale Volkskundemuseum als Sammlungs- undForschungsstätte ist seine schweren räumlichen Sorgen eigentlich nichtlosgeworden und könnte bei einer weiteren Dezentralisierung seiner Be-stände doch eher etwas von jenem Nachdruck verlieren, den man bisherimmer bei Raumforderungen anwenden konnte. Wer über zwei odernoch mehr Außenstellen verfügt, dürfte vielleicht am Ende nicht mehrsagen, er habe keinen Platz. Da müßte also ein neues Konzept erarbeitetwerden, um zu zeigen, was dieses Zentralmuseum bei einem größerenPlatzangebot mit mehr Raum eben machen würde, unbeschadet der Aus-stellungen in den Dependancen. Wir wollen, kurz gesagt, nicht, daß dieSchloßmuseen als Alibi bei Raumforderungen der Museen verwendetwerden. Die weite Verbreitung und möglicherweise auch Vertiefung der,, Volkskundlichen Bildung" in Ehren, aber sie darf nicht als Ersatz fürneue größere Räume des Zentralmuseums akzeptiert werden. Umgekehrtkönnte man vielleicht auch sagen: Belohnt doch dieser zentralen Samm-lung endlich die viele Mühe, welche sie nun schon so lang, aber auchso gern, in ihre Außenstellen investiert hat, und schafft ihr selbst, undzwar mitten in Wien, die für sie nun einmal erforderlichen räumlichenund materiellen Mittel. Ein wirklich auch räumlich- großes, entsprechendmodern ausgestattetes Volkskundemuseum in Wien bleibt trotz allerAußenstellen unverrückbar unser Ziel.

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