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Die Außenstellen des Österreichischen Museums für Volkskunde : Ursulinenklosterapotheke in Wien und Schlossmuseum Gobelsburg
Entstehung
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bei, erstellten aber eine ganz andere, verhältnismäßig umfangreiche Mö-belausstellung, die sich den Räumen nach auch einigermaßen organischgliedern ließ. Wir hatten noch von früher her Teile der Ausstellung,, Französische Volkskunst" stehen, die vielfach Interessenten gefundenhatte. Von den unbemalten braunen Hartholzmöbeln der Bretagneschufen wir den Übergang zu den unbemalten blanken Weichholzmöbelnunserer Landschaften. Da kam das spätmittelalterliche Möbel einiger-maßen zur Geltung, wir versuchten den Eindruck durch stark vergrö-Berte Holzschnitte des 15. und 16. Jahrhunderts zu unterstreichen. Dannstellten wir in das verhältnismäßig dunkle Saturn- Zimmer die unbe-malten Möbel aus Tirol und Salzburg, in die Mitte die schönen einge-legten und beschnitzten blanken Betten. An den Alpbacher und Pinz-gauer Truhen ließen sich Stufen der volkskünstlerischen Gestaltung vonder Renaissance bis zum Rokoko nachzeichnen. Im Raum mit den zar-ten Putten im Deckenstukko trumpften wir dann auf: Gute starkfarbigeMöbel aus Oberösterreich und aus Tirol wurden einander gegenüber-gestellt, mit einem wuchtigen Linzer Reiterkasten in der Mitte. Derdunkelblau wirkende Kronstorfer Kasten beeindruckte auf der einenSeite ebenso stark wie der hellgrüne Zillertaler, mit den Bildern ausdem Alten Testament auf den vier Türfeldern, auf der anderen. Wirstellten Möbel hin, die wir seit 1895 besaßen, und andere, die wir 1973erworben hatten; es ließ sich eine gute eindrucksvolle Reihe schaffen.Der Erfolg hat sich beim Verkauf der Farbphotos am deutlichsten er-wiesen.

In den anderthalbstöckigen Hauptsaal, dessen Mitte bei der vorher-gehenden Ausstellung der Figuralbienenstock in Gestalt des hl. Johannvon Nepomuk gebildet hatte, stellten wir eindrucksvolle Möbel aus ver-schiedenen Landschaften. Die Mitte sollte ein aus vier Betten gebildetesKreuz darstellen. Das schöne oberösterreichische Himmelbett von 1785grüßte vorn, das aufwendig bemalte Egerländer Himmelbett aus derZeit um 1810 bildete sein Gegenstück hinten. Katalog und Beschriftungengaben über diese wie über die anderen Stücke einigermaßen Auskunft.Aber wieviel sie wirklich zu sagen haben, das zeigt sich doch eigentlicherst bei fachlichen Führungen, wo man auch auf die stilistischen Einzel-heiten der oft griffest abkürzenden Möbelmalerei an den Betten hinwei-sen kann, wenn sie aus guten Werkstätten stammen, oder auch auf dieLaienhaftigkeit so mancher anderen Bemalung, beispielsweise bei jenemAufsatzbett, das anscheinend in der Strafanstalt Garsten gefertigt wor-den sein dürfte. Das sind Dinge, die vorher in keinem Inventar standen,bei den in Depots verwahrten Stücken niemals festgestellt werden konn-ten und erst jetzt und zum ersten Mal bemerkt und festgehalten werden.Ähnlich steht es mit dem Kunstgriff, die Originalmöbel mit ihren gra-phischen Abbildungen zu konfrontieren. Wir haben für Gobelsburg dievorzüglichen Möbeldarstellungen von Wladimir Sas- Zaloziecky ebensoverwendet wie jene von Frau Gertrud Wimmer- Lambach, mit dem selt-samen Nebeneffekt, daß aufmerksame Besucher sogar von diesen far-

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