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Die Außenstellen des Österreichischen Museums für Volkskunde : Ursulinenklosterapotheke in Wien und Schlossmuseum Gobelsburg
Entstehung
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stik, die schon der Erzherzog- Thronfolger Franz Ferdinand als kundigerSammler hatte erwerben lassen, war in unserem alten Inventar nur als,, Holzfigur, geschnitzt und gefaßt, Elendherrl, in der Auffassung etwaum 1400" gekennzeichnet. Erst die Überprüfung der Andachtsbild-bestände ergab, daß es sich um eine vorzügliche Devotionalkopie des be-rühmten Gnadenbildes von Matrei am Brenner handelt, das seinerseitseine komplizierte Vorgeschichte in der Kreuzzugszeit hat. Oder dasgroße Ölbild, das man thematisch als Geistlichen Jahrmarkt mit Her-zen als Zahlungsmittel" umschreiben kann: Soviele Beschriftungen dasbelehrende Bild aus dem 17. Jahrhundert auch aufweist, das wohl auseinem Kloster in Osttirol stammt, zu einer näheren Bestimmung kommtman doch nur auf dem Weg über die möglichen graphischen Vorlagen.Die weisen aber den Weg nach Flandern, und dort, im Kleinen Beginen-hof in Gent, habe ich auch das einzige mir bisher bekannte Gegenstückdazu gefunden.

Schon die wenigen hier aufgezählten Objekte und ihre Beziehungen wei-sen also nicht nur auf Wien und auf weitere Orte in Österreich, sondernsogleich auch nach Böhmen, nach Bayern, nach Flandern, nach Spanien,gar nicht zu reden von den immer wieder auftretenden Beziehungen zuItalien. Dieses Eingespanntsein in das ganze alte Beziehungsgeflechthistorisch- politischer Art, wie es sich aus der Geschichte der Casa d'Au-stria ergab, wird auch dann nicht abgewertet, wenn man darauf hindeu-tet, daß diese Krüge aus Gmunden, jene vom niederösterreichischenSteinfeld stammen, daß die Hinterglasbilder aus Sandl kamen, die haf-nerkeramischen Heiligenfigürchen aus Salzburg, die Bienenstockstirn-brettchen aus Kärnten. Führt man heute in der Sammlung, dann sindsolche Herkunftsangaben eine willkommene Hilfe, denn die Volkskunst-literatur der letzten Jahrzehnte hat diese Begriffe, diese Herkunftsanga-ben etwas allgemeiner bekannt gemacht, wogegen die Andeutung dergrößeren Zusammenhänge der Heiligenverehrung, des Wallfahrtswesens,sich als eher unbekannt erweisen.

Die Sammlung, das sollte hier noch gesagt werden, erschließt sich fastnur durch solche Führungen. Sie kann aus Personalgründen nur anSonntagen geöffnet gehalten werden und wird auch dann leider verhält-nismäßig wenig besucht. Dafür ist der materielle Aufwand, den das Mu-seum zu leisten hat, gering, da alle Kosten für Beleuchtung und Behei-zung von der Hochschule für Musik und darstellende Kunst getragenwerden. Dadurch, daß das Institut für Volksmusikforschung dieser Hoch-schule durch den gleichen Eingang zu erreichen ist, bleibt immerhin dieLage der Sammlung Interessenten bekannt. Einer größeren Öffentlich-keit kann man sie immer nur durch Spezialführungen, im Hochschul-betrieb durch Seminarübungen, erschließen.

Ganz anders verhält es sich mit dem Schloßmuseum Gobelsburg. Selbstder Name des Schlosses, das offenbar auf den Grundfesten der Burg desersten Kuenringers, des Azzo von Gobatsburg steht, war vor 1966 einergrößeren Öffentlichkeit kaum bekannt. Das Schloß, im frühen 18. Jahr-hundert durch den Freiherrn, späteren Grafen Otto Achaz Ehrenreich

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