Druckschrift 
Führer durch die Sammlungen des Museums für Österreichische Volkskunde in Wien
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 
  

59

Küche gehörig, trifft man doch vielfach in denselben an.Der kleine transportable Thonherd mit zwei Rosten, aufwelchen Thondreifüsse und kleines Thongeschirr in die Gluthgestellt wird, ist im Küstenland ziemlich verbreitet unddient als eine Art Rechaud. Die Formen der Feuerbockeund Bratspiessständer auf dem Herde sind diespecifisch italienischen.( Mit 2 Figurinen, Tschitschen.)

8. Bürgerliche Schlafstube von Villach.

Die grössere Zahl der hier vereinigten Einrichtungs-stücke stammt aus dem Hause eines bürgerlichen Kupfer-schmiedes in Villach. Die eingelegten Möbel zeigenIntarsia mit verschiedenen Holzarten, die überdies nach-träglich farbig gebeizt worden sind. Der grosse Doppel-schrank war bei seinem Auffinden gänzlich mit Oelfarbeüberstrichen, wobei die Einlegearbeit durch die Bemalungvollkommen verdeckt oder vielmehr in Form und Farbeersetzt war. Die Stehuhr in der Ecke ist eine Spieluhrwelche, aufgezogen, acht Weisen spielt. Der Orgelkastenhiezu besteht aus viereckigen Holzpfeifen und wird durcheine Walze angetrieben. Die Wäsche, mit Stickerei verziert,für Betten, Tisch und Truhe, ist für Kärnten typisch; dieseStickerei mit braunrother Schafwolle und mit figuralenDarstellungen zwischen den Blumenmotiven( zum BeispielBauer, Bauerin und Kind, Tanzpaare) ist für slowenischeArbeiten in Kärnten charakteristisch.

9. Slowakische Stube.

( Im rückwärtigen Eckzimmer.)

Charakteristisch ist die bunte Bemalung der Möbel.Die Stelle der Kleiderkasten, welche durchwegs fehlen, ver-treten die Truhen. Die Verzierung der Wände erfolgt durchPatronen, die in halbirte Erdäpfel eingeschnitten werden.Sämmtliche Einrichtungsstücke dieser Stube stammen vonGross- Blatnitz in Mähren. Der Ofen aus grünen Kacheln,der die fehlt, konnte Raummangels wegen nicht aufgestellt.

werden.