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Führer durch die Sammlungen des Museums für Österreichische Volkskunde in Wien
Entstehung
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In 63: Weibliche Tracht aus dem Monta-foner Thal mit Haarcylinder, daneben dasBrautkrönl; in 64 Gottscheerin, in 65 GottscheerMännerrock; in 66 bäuerliches Messgewand ausIstrien; am Boden Brustlatze aus Vorarlbergund Leibchentheile aus Istrien und Görz.

Vorne eine Truhe mit Bärenpratzen ausIstrien; auf derselben Druckmodel, aus Holzgeschnitten, mit in Holz gestochenen oderdurch eingesetzte Drahtstiften hergestelltenDruckmustern für den Handdruck. Aus Süd-tirol, Steiermark und Oberösterreich.

Diese Druckmodel für Blaufärber, welche mittelst Hand-druck auf grober, meistens blaugefärbter Hausleinwand ver-wendet wurden, stammen zumeist aus dem Ende des 18.und dem Anfange des 19. Jahrhunderts und sind seithergänzlich ausser Gebrauch gekommen. Ihre Anfertigung warseinerzeit eine recht kostspielige. Der Preis des Stückes beliefsich durchschnittlich auf fl. 2-4.

Bedrucktes Zeug, mittelst solcher Hand-druckmodeln von Blaufärbern dessinirt, ausgröbster hausgewebter Leinwand. Vom Blau-färber Emesberger in Offenhausen.

Truhe mit geschnitzter Vorderwand,

Tirol.

Die Truhe ist das im Bauernhause noch zäh fort-dauernde gebräuchlichste mittelalterliche Möbelstück, dasauch zum Sitzen und als Liegestatt dient. Man sondert undbewahrt in ihnen den Hausrath, insbesonders Kleider undWäsche auf. In den Bodenräumen haben sie meist ihrenbevorzugten Platz, und es ist überall zu beobachten, dassvon den dort aufgestellten Truhen jede einzelne einem be-stimmten Familienmitgliede als Eigenthum gehört, nament-lich oft den Mädchen.

Glaskasten 67: Bauchranzen mit Pfau-federkielen ausgestickt und mit Zinnstiftendecorirt, Oberösterreich und Salzburg. Frauen-gürtel aus gepressten und Kettengliedern,Salzburg.