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Führer durch die Sammlungen des Museums für Österreichische Volkskunde in Wien
Entstehung
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Hauskrüge dienten als Prunkkrüge bei Bauernhochzeitenund wurden zu diesem Zwecke auch geliehen. Sie wurdenvon einzelnen Hafnermeistern. Krüglern, verfertigt, wobeidie Malerei häufig von deren Frauen und Töchtern besorgtwurde.*)

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In 3-4 aus Niederösterreich, theilweiseEigenthum des Herrn Rudolf Kolhanig, in 5-6aus Oberösterreich, unten bemerkenswerth dieGodenschalen", zumeist mit den Bildnissenvon Namensheiligen verziert, in welchen denWöchnerinnen von Verwandten die erste Suppeübersendet wurde; in 7 oben aus Salzburg,ferner aus Steiermark, in 7 unten Tirol, darunterzwei sogenannte Apostelkrüge.

In den Pulten 3-7: Essbestecke, Löffelund verschiedene Kochgeräthschaften.

Das bäuerliche Essbesteck, gewöhnlich aus Messer,Gabel, Löffel und Streicher oder Wetzer bestehend, ist inder Regel individueller Besitz und wird vom Bauer oderKnecht in der Hosentasche, von der Bäuerin am Gürtelhängend getragen. Die Gabel, wenn echt bäuerlich, stetszweizinkig, ist das jüngste. noch nicht überall verbreiteteEssgerȧth,

Aus dem oben hervorgehobenen Charakter des Ess-besteckes als individueller Besitz erklärt sich die häufigeVerzierung mit Namensinitialen, Standesabzeichen und der-gleichen mehr. Selbst auf den roh geschnitzten Holzlöffelnder Bauern finden sich häufig Kerben und Ritzfiguren alsEigenthumszeichen vor.

In Pult 5: Vorwiegend Löffel aus Beinund Horn, mit Zeichnungen und Sprüchenverziert. Die Verfertigung der Löffel ist vielfachGegenstand der Hausindustrie; zumal ist diesder Fall bei den roh geschnitzten Holzlöffeln,manchmal mit Lackfarben bemalt( aus derViehtau).

*) Die in Kleindruck wiedergegebenen allgemeinen Be-merkungen sind zumeist dem früheren Katalog etc. 1897"

entnommen.

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