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Führer durch die Sammlungen des Museums für Österreichische Volkskunde in Wien
Entstehung
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In Berücksichtigung der damaligen Unvollständigkeitunserer Sammlungen und um die Vergleichung der nationalenHausculturen zu erleichtern, wurde damals eine fachlichgeordnete Aufstellung gewählt. in welcher die gleichartigenGegenstände der verschiedenen österreichischen Völker-schaften nebeneinander zur Vergleichung kamen. Die viel-fache überraschende Identität der urwüchsigen nationalenGrundlagen unserer Bevölkerung trat bei diesem Principder Aufstellung deutlich zutage. Man konnte dabei aber auch,neben dem Durchgreifen zahlreicher gemeinsamer Züge, dienationalen Besonderheiten, namentlich auf dem Gebiete derTracht und im Ornament, rasch und sicher erkennen.

Der damals zur Ausgabe gelangte Katalog des Museums*)gibt ein sehr genaues Bild der damaligen Aufstellung.

Angesichts des mehrere tausend Stück betragendenSammlungszuwachses seit der Eröffnung des Museums am31. Jänner 1897 und infolge der Allergnädigsten Zuweisungeiner Specialsammlung von alterthümlichen Beleuchtungs-geräthen, die Seine Majestät der Kaiser aus AllerhöchstenPrivatmitteln für die kunstindustriellen Sammlungen desAllerhöchsten Kaiserhauses von dem Sammler Herrn Ritt-meister Ladislaus Edlen v. Benesch anzukaufen und unseremMuseum zur Aufstellung zuzuweisen geruhten, beschloss ichmit Zustimmung des Vereinsausschusses im Jahre 1900, einevöllige Neuaufstellung der Sammlung mit systematischerEinbeziehung des Einlaufes seit 1897 durchzuführen. Dasder neuen Aufstellung zugrunde gelegte neue Princip warnunmehr das ethnographische und es sollten nun die Haupt-gruppen: 1. Deutsche in den Alpenländern, 2. Deutschein den Sudetenländern, 3. Czechoslawen, 4. Polen undRutenen, 5. Südslawen, 6. Romanen deutlich und bestimmtvoneinander getrennt zur Darstellung gelangen. So weit derbeschränkte und infolge seiner geringen Gliederung sehr

*) Katalog der Sammlungen des Museums für öster-reichische Volkskunde in Wien. Unter Mitwirkung von DoctorWilhelm Hein und Franz X. Grössl verfasst von DoctorM. Haberlandt. Wien 1897. Im Verlage des Vereines fürösterreichische Volkskunde.