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Die Krakauer : traditionelle Volkskultur aus Südpolen
Entstehung
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Gerade die Rivalität bei diesem Wettbewerb ist der Grund dafür, daß eineneue Art von Weihnachtskrippe entstanden ist, die extra für den Wettbewerb gebautwird und daher auch ,, Wettbewerbskrippe" genannt wird. Beim Bau einer solchenKrippe konzentriert der Künstler seine Aufmerksamkeit und Bemühungen auf diebesonderen architektonischen Eigenschaften des Aufbaues. Im Wettstreit um diePreise bauen die Krippenkünstler die Türme und Fassaden immer kühner aus, jedochhaben sowohl der Grundkörper als auch die architektonischen Details immer echteKrakauer Baudenkmäler zum Vorbild. Das Nachbilden bedeutet in keinem Falleinfaches Kopieren, es ist eine schöpferische Inspiration, die, gepaart mit der kreativenBegabung der Künstler, prächtige märchenhafte Paläste zum Leben erweckt. DieFunktion der früheren Marionetten haben in der ,, Wettbewerbskrippe" unbewegliche,auf allen Niveaus der Krippe angebrachte Figuren übernommen. In einer solchenKrippe begegnen wir, genauso wie in der früheren Puppen"- Krippe, lebensechtenVertretern der vorstädtischen Folklore, hochgestellten Personen aus der Stadt Kraków,Politikern, historischen Gestalten, die ihren festen Platz in der Geschichte Polensund der Stadt Kraków haben, sowie Personen und Kreaturen aus der Welt der KrakauerLegenden.

Die Bedeutung der mit Ostern zusammenhängenden Volksbräuche war aufdas rituelle Erwecken der Natur im Frühling, auf die Wiederbelebung derZeugungskräfte und der befruchtenden Kräfte der Menschen und der Natur bezogen.Die Reihe der während der Karwoche geübten Bräuche begann im Krakauer Landam Palmsonntag mit der Palmweihe. Die Palmen" waren nach genau demselbenPrinzip aufgebaut, das sich auf ihren urspünglichen Sinn gründete, sie waren aber inihrer Größe, Form und Ausschmückung je nach Region und dortiger Mode völligunterschiedlich.

Den Grundbestandteil jeder ,, Palme" bildeten Wasserpflanzen, meistens Schilfund Weidenzweige. Weil deren Existenz mit dem Wasser eng verbunden ist, glaubtendie Leute, daß sie mit den Wasserdämonen in Verbindung stünden. Die Weidenzweigeund das Schilf sollten ihre Fähigkeit, die Entwicklung und das Wachstum allerlebendigen Körper anzuregen, auf die ganze ,, Palme" übertragen. Die anderenBestandteile der, Palme" waren immergrüne Pflanzen, Symbole für dieununterbrochene Fortdauer des Lebens- Immergrün, Heidelbeerstauden, Myrte,Asparagus; weiters Pflanzen, welche die Lebenskräfte verkörpern, zum Beispiel dieKiefer; endlich auch solche Pflanzen wie Hasel und Kreuzdorn, denen die Fähigkeitder Abschreckung des Bösen zugeschrieben wurde. Das Ganze wurde dann häufigmit Papierblumen und bunten Schleifen geschmückt. Die Zauberkraft der ,, Palme",die sich aus den außergewöhnlichen Eigenschaften ihrer pflanzlichen Bestandreileergab, machte sie zu einem universellen Attribut der vegetativen und schützendenMagie. Die geweihten ,, Palmen" hängte man an die Obstbäume oder man schlugdiese mit den ,, Palmen". Kleine Stücke der ,, Palmen" wurden unter die erste imFrühjahr ausgepflügte Scholle gelegt, Weidenkätzchen mischte man dem Saatgutbei.

In der Karwoche wurden aus den Palmzweigen kleine Kreuze gefertigt, diespäter am Rande der Felder in die Erde gesteckt wurden, um eine gute Ernte zusichern. Man brachte diese Kreuze auch an den Wänden von Häusern undStallgebäuden als Schutz vor Blitzschlag und allem Bösen an. Mit den ,, Palmen".

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