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Die Krakauer : traditionelle Volkskultur aus Südpolen
Entstehung
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christliche Lehre verändert hat. Das Weihnachtsfest ist jedoch auf dem Lande bisheute eine besondere Zeit, erfüllt mit intensiven Erlebnissen und mit dem Bedürfnis,sowohl die zwischenmenschlichen Beziehungen wieder aufzubauen als auch die Moralder Menschen zu heben.

Am 24. Dezember, dem Heiligen Abend, begannen die wichtigsten Bräuche,welche die Erneuerung der gealterten Welt zum Ziel hatten. Der Heilige Abend warein Symbol der allgemeinen Versöhnung zwischen den Menschen, desSichversöhnens zwischen den Welten der Lebendigen und der Verstorbenen, zwischenden Menschen und der Natur. Am Heiligen Abend nahm das ganze Haus teil; dieSeelen der verstorbenen Verwandten wurden symbolisch eingeladen, für sie bliebimmer ein freier Platz am Tisch übrig. Eingeladen waren auch Vögel und Tiere,welche die Reste der Weihnachtsspeisen bekamen. Das vielsagende Symbol derVersöhnung kam in dem Moment, in dem alle Teilnehmer des Weichnachtsmahlesdie Oblate miteinander brachen. Es war üblich, danach die Ställe zu besuchen unddie Haustiere mit der Oblate zu füttern. Diese Sitte war zugleich eine magischeHandlung, weil man an die Fähigkeit der Oblate glaubte, allem Übel abzuhelfen.

Die Tatsache, daß den Oblaten eine magische Bedeutung beigemessen wurde,lag noch einer anderen Sitte zugrunde. Zu Weihnachten wurden die Wohnstubenmit dreidimensionalen, aus den Oblaten gefertigten Schmuckfiguren, sogenannten,, Welten"( ,, światy") ausgeschmückt. Die Sitte, solche ,, Welten" unter die Deckeund an den Weihnachtsbaum zu hängen, war im Krakauer Land bis Ende der1950- er Jahre allgemein üblich, und in manchen Häusern, besonders im südlichenTeil des Gebietes blieb sie bis heute erhalten.

Um die Wirksamkeit der brauchtümlichen Handlungen zu steigern, trug manin die Stube Heu und Getreidegarben hinein, Zeichen für Fülle und Fruchtbarkeit.Heu, Stroh und Getreidekörner wurden am Heiligen Abend auf den Tisch gelegt,damit ihre Fruchtbarkeit auf die in den Weihnachtsspeisen enthaltenen Pflanzenübergehen sollte. Auch die ,, Kreuze" und ,, Sterne" aus Stroh, die an den Wändenund Decken der Stuben angebracht waren, sollten die Fruchtbarkeit anregen. Einwichtiges rituelles Attribut war auch der Tannen- oder Fichtenbaum, der einen ewiggrünen Baum des Lebens darstellte und die lebensspendende Kraft weitergeben sollte.

Der stehende Weihnachtsbaum kam Ende des 18. Jahrhunderts ausDeutschland nach Polen. Dieser Mode folgten zuerst vor allem die Stadtbewohner.Auf dem Dorf erschien der Weichnachtsbaum Ende des 19. Jahrhunderts undverbreitete sich erst in der Zwischenkiregszeit. Früher wurden unter die Decken derWohnhäuser und über die Türen der Wirtschaftsgebäude Tannen- oder Fichtenwipfelgehängt, die im Krakauer Land als ,, Obstgarten"( ,, sad") bezeichnet wurden. Der inder Stube hängende, Garten" war mit bunten Seidenpapierblumen, mit Schleifenund Papierketten, Schmuck aus Oblaten, Lebkuchen, Äpfeln, Nüssen und Kerzengeschmückt. Die bunten Blumen und Schleifen sollten an das Aufblühen der Naturim Frühling erinnern und die vitalen Kräfte der Welt im neuen Jahr stärken. DieOblaten und Lebkuchen waren leicht als Symbole des Wohlstandes und der reichenErnte zu erkennen, Äpfel und Nüsse dagegen waren Zeichen für Wachstum,Zeugungsfähigkeit und gute Ernte, darüber hinaus verkörperten sie die Erotik unddadurch spielten sie in der Magie der Liebe eine wichtige Rolle. Die Kerzensymbolisierten wie das Feuer selbst vitale Kräfte. In der Gegenwart werden dieWeihnachtsbäume sowohl in der Stadt als auch auf dem Lande hauptsächlich mit

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