Druckschrift 
Die Krakauer : traditionelle Volkskultur aus Südpolen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Reproduktionstechniken verbreitet( Lithographie, Chromolithographie, Druck),welche die alten Techniken allmählich ersetzten.

In Kraków selbst waren mehrere weltliche Offizinen tätig; Hauptgegenstandihrer Tätigkeit war der Druck von kleiner und großer Devotionaliengraphik. MancheKlöster und Kirchen haben selbst Drucke herausgegeben, oder sie haben andereWerkstätten mit dem Druck ihrer Wunderbilder und der Bilder ihrer Schutzheiligenbeauftragt. Ein bedeutender Teil der Devotionaliendrucke wurde auch aus Italien,Frankreich, Österreich und Deutschland eingeführt.

Die ehemalige Volkskunst des Krakauer Landes hat der Stadt Kraków alsdem Wallfahrtszentrum und Zentrum des Zunftwesens viel zu verdanken. Es istbemerkenswert, daß andere Kult- und Religionszentren, sowohl solche aus derKrakauer Umgebung als auch aus anderen Teilen Polens, ebenfalls einen großenEinfluß auf die hiesige Volkskunst ausgeübt haben.

Obwohl die Entwicklung der traditionellen Volkskunst eigentlich nach demersten Weltkrieg ihren Abschluß fand, sind im Krakauer Land bis heute,, Wunderbilder" und Skulpturen anzutreffen, denen die Dorfbewohner weiterhin tiefeVerehrung erweisen. Die entsprechende schöpferische Tätigkeit ist schon derVergangenheit anheimgefallen. Ein ähnliches Schicksal hat die homogene, mit dertraditionellen Gemeinschaft der Dorfbewohner verbundene Volkskultur erfahren.Dies wurde besonders durch zivilisatorische Veränderungen nach dem 2. Weltkrieg,besonders durch die Verstädterung und Industrialisierung des Landes verursacht.Den genannten Veränderungen folgten neue Bedürfnisse und ein neuerKunstgeschmack, der von dem Geschmack jenes Milieus völlig verschieden ist, indem und für das die Volkskunst entstanden ist.

Diejenige zeitgenössische Kunst, die sich als, volkstümlich" bezeichnet,stützt sich zwar auf die Tradition, ist aber vor allem an die Stadtbewohner gerichtet.Ihre kultischen Funktionen gingen zugunsten ihrer neuen, dekorativen Rolle verloren.Neben religiösen Motiven erscheinen rein weltliche Themen wie Landschaften undhistorische Szenen. Anders sind auch die Beweggründe der durch die Kulturpolitikdes Staates unterstützten Künstler. Diese Politik zielt auf die Einbeziehung derVolkskunst in eine egalitäre Nationalkultur. Dennoch: außer dieser, offiziellen"Richtung, die in gewissem Sinn eine Fortsetzung der traditionellen Bereiche undFormen der Volkskultur darstellt( zum Beispiel Skulpturen von Z. Słonina, Świątniki),entwickeln sich auf dem Lande dekorative Schaffensdisziplinen, die dem spezifischenGeschmack des ländlichen Milieus entsprechen( Wandbehänge, Galanteriewarenaus Gips und Kunststoffen). An der Berührungsstelle zwischen Stadt und Dorfentwickelt sich eine naive Laienkunst, die häufig unbewußt aus der Tradition schöpft.Oft ist es so, daß sie von Menschen geschaffen wird, die wegen körperlicherBehinderung, Geisteskrankheit oder Armut aus der dörflichen Gemeinschaftausgeschlossen sind.

Unter den Künstlern treten oft große Persönlichkeiten auf, wie zum Beispieldie Malerin K. Gawłowa und der Bildhauer F. Czajkowski.

18

MUSEUM

FUR

BIBLIOTHEK

OSTERR

WIEN

VOLKSKUND