Wohlhabenden leisten, sie bot ihnen Gelegenheit, ihre besondere gesellschaftlichePosition zu unterstreichen.
Die lebhaften Kontakte der Dorfbewohner aus der Krakauer Umgebung mitder Stadt hatten zur Folge, daß ihr Wunsch, sich" städtisch" zu kleiden, immer stärkerwurde. Langsam wurde die Volkstracht zu einem gelegentlich gebrauchtenFeiertagskostüm. Heute wird sie nur mehr" feiertagsmäßig" während der Kirchen-,Volks- und Nationalfeste getragen. Oft weichen die zu diesen Anlässen getragenenVolkstrachten von ihrer Originalform stark ab. Auf dem von den Krakauernbewohnten Gebiet haben sich mehrere Lokalvarianten der Krakauer Trachtentwickelt. Im Allgemeinen wird zwischen zwei Varianten unterschieden, den Trach-ten der Ost- und der Westkrakauer. Für die Männertracht der Ostkrakauer ist die" kierezja"( ein Rock" sukmana") als Überkleid typisch. Dieser Rock besaß einengroßen, auf die Schultern fallenden dreieckigen, mit Stickerei besetzen Kragen.Meistens war der Rock braun, konnte aber je nach Gegend auch weiß, grau oderdunkenblau sein. Das populäre Überkleid sowohl für den Alltag als auch fürFesttage war die sogenannte" płótnianka". In der Varianteals Arbeitskleidung wurde sieaus Rohleinen genäht, als festli-che Kleidung dagegen aus ge-bleichter Leinwand von besse-rer Qualität, manchmal mitStickereien oder Applikationenaus buntem Tuch verziert. Denminder bemittelten Krakauernhaben diese Kaftane die" suk-mana" ersetzt. Auf den blauenMännerkaftanen waren mei-stens das Herstellungsdatumund der Name des Besitzersausgestickt.
Für die Frauentrachtender Ostkrakauerinnen war ihreMannigfaltigkeit kennzeich-nend. In der alten Tracht aus derHälfte des 19. Jahrhunderts inder Umgebung von Brzeskotraten altertümliche leineneTücher," łoktusa" auf, dieüber die Schultern gelegtwurden, sowie rote Tuch- oderAdamastmieder. Für die aus derUmgebung von Zalipie stam-
Die Krakauer. Um 1870. Bielany( gegenwärtig Vorstadt von Kraków)westlicher Teil des Krakauer Landes
J. Krieger.