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Die Krakauer : traditionelle Volkskultur aus Südpolen
Entstehung
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( Tonerde, Kreide, Ruß) sowie Pigmentfarben, heute werden vor allem Wasserfarbenverwendet.

Unter den begabten Malerinnen am Ende der 1920- er Jahre machte sich inZallipie eine besonders talentierte Malerin, Rozalia Barańska, bemerkbar. Sie wardie einzige, die mit Temperafarben Darstellugen der Muttergottes und der Heiligenauf Karton malte.

Scherenschnitte traten auch im Krakauer Land auf, diese Zierformen habensich jedoch hier nicht so üppig wie in den anderen Regionen Polens entwickelt. Fürdie Krakauer Region waren sogenannte" fajerki" charakteristisch, Scherenschnitte,die den Malerschablonen ähnlich waren. Über eine Basis aus Buntpapier wurde eindurchbrochenes Muster- Blume, Stern oder Bäumchen- gelegt. Eine Abart davonbilden die Scherenschnitte aus Zalipie, welche auf Grund ihrer besonderen Formvon den Forschern" Positiv- Negativ" genannt werden.

Das Phänomen von Zalipie und der" Bemalten Dörfen" in der Umgebunghatte eine beschränkte Reichweite. Aber unumstritten bleibt die Tatsache, daß jedeHausfrau, egal ob sie reich oder arm war, sich viel Mühe um die Ausschmückungihrer" Weißen Stube" gab. Vor Ostern wurden die Stuben getüncht, der Hausratgewaschen, der Schmuck aus Papier und Seidenpapier erneuert. Die meisteAufmerksamkeit aber schenkte die Hausfrau dem" Heiligenwinkel" sowie derAusschmückung eines auf dem Tisch stehenden Hausaltärchens.

In den 1930- er Jahren konnte man auf dem Lande oder in kleinen Städtchenproblemlos Buntpapier und Seidenpapier kaufen. Die geschickten Hände derFrauen schnitten daraus Blumenornamente oder" Spitzenvorhänge" aus. Mit einzelngefertigten Girlanden und Kunstblumen wurden Heiligenbilder und Figuren derMuttergottes und von Christus umrahmt. Zwischen und unter den Bildern hängteman Kränzchen, Herzen und Körbchen aus Seidenpapier oder aus gefärbtenHolzspänen. Es gab auch Zierrähmchen aus Zapfenschuppen für Lichtbilder undkleine Andachtsbilder. Die jungen Männer brachten nach Ableistung desMilitärdienstes Andenken in Form von gemalten oder gedruckten Bildern mit, in diedas Photo der betreffenden Person in Uniform" einmontiert" war.

Zu den älteren Zierformen gehören die aus Stroh, Seidenpapier oderausgefransten Schnüren zusammengesetzen" Spinnen". Sie hatten eine magischeFunktion, ihre Aufgabe war das Verscheuchen des Bösen. Diese" Spinnen" wurdenüber dem Hausaltärchen oder in der Mitte der Decke aufgehängt, heute ist dieseMode schon in Vergessenheit geraten.

Die hoch bedeckten Betten mit weißen leinenen Oberdecken ließen die" WeißeStube" noch reizender aussehen. Das weiße Gewebe der Oberdecken war oft mitenglischer Stickerei appretiert. Auf den Tuchenten häuften sich die weißen,hochaufgechüttelten Kopfpölster, deren Überzüge ebenfalls gestickt waren. Auf einemTisch oder einer Kommode, worauf das Hausaltärchen stand, lag auch eine weiße,gestickte Tischdecke. An der Wand oberhalb der Betten pflegte man mitBlumenornamenten bemalte Papierschoner oder ganz einfach mit pflanzlichenMustern bedruckte Papierbogen aufzuhängen.

Die hier geschilderten Arten des häuslichen Schmuckes waren offenbar nichtin allen bäuerlichen Häusern anzutreffen. Es gab auch viele Wohngebäude, die armund vernachlässigt waren. Im Bewußtsein der Gesellschaft blieb jedoch das bis heutegeltende Bild einer fabelhaft bunten Krakauer Bauernstube erhalten.

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