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Die Krakauer : traditionelle Volkskultur aus Südpolen
Entstehung
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I

Innenausschmückung

n der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in den Bauernhütten immer häufigerÖfen mit Rauchfängen gebaut. Die Wohnstuben und besonders die Küchenkonnten ohne viel Mühe saubergehalten werden, seitdem man den Rauch in denSchornstein abzuleiten begann. In der nun nicht mehr verräucherten Stube erchienendauerhafte Zierelemente. Die einfachsten waren runde Zierate(" packi"), welche mitTonerde oder Kalk, denen man Holzasche zufügte, auf den schwarzen Untergrundvon Decken und Wänden, in rauchfanglosen Hütten auch auf den Ofen, gemaltwurden. Etwas später kamen einfache geometrische und florale Motive auf," mit derHand" oder mit Hilfe von Schablonen gemalt.

Die im Winkel zwischen der Weichsel und dem Dunajec( Powiśle Dąbrowskie)gelegenen Dörfer waren für ihre mit Malereien bedecken Häuser berühmt, spezielldas Dorf Zalipie genoß einen besonderen Ruf. Hier kam das Auftragen vonBlumenmalereien auf die Wände der Bauernhäuser angeblich bereits Ende des19. Jahrhunderts auf. Die Herkunft dieser seltsamen Erscheinung bleibt bis heuteungeklärt. Władysław Hickel hat dieses Phänomen im Jahr 1905 beschrieben, er hatauch eine Kollektion der auf Papier aufgetragenen Malereien(" papióry") angelegt.Ein beträchtlicher Teil dieser Sammlung( 74 Malereien) befindet sich imEthnographischen Museum in Kraków, sie wird immer wieder mit gegenwärtiggeschaffenen Malereien ergänzt. Das Bemalen der Häuser in Zalipie und denumliegenden Dörfern verschwand nämlich nicht, sondern entwickelte sich dank desWettbewerbes" Malowana chata"(" Bemalte Bauernhütte") lebhaft weiter, der seit1948 veranstaltet wird.

In den alten hölzernen und manchmal auch in den gemauerten Häusern tragennach wie vor die Frauen reiche Blumenmalereien auf die Innen- und Außenwändeauf, besonderers auf Decken, Öfen, Fenster- und Türumrahmungen. Zu den alten, inder Tradition verwurzelten Motiven gehörten Blumenbuketts in einer Vase oder einemKorb, flach gemalt, unter Anwendung vereinfachter Formen und symmetrischangelegt, unter Verwendung von lauter reinen Farben rot, blau, gelb, grün undschwarz. Mit der Zeit wurden die Blumen realistisch, die Zeichnungen präzise unddas System der Farbgebung reicher. Besonders bei den rotschwarzen Motiven kannman eine Übereinstimmung mit der hier prächtig entwickelten Stickerei beobachten.

Die zweite Gruppe, die seltener vorkommt, wird von geometrischen Elementenin Form mehrfarbiger konzentrischer Kreise gebildet, sowie von figürlichen Motivenwie Vögeln, meistens Hähnen, Pfauen oder sogar Papageien. Fast alle der genanntenMotive finden sich auch auf den Papiermalereien, den sogenannten" Zähnchenmalereien": Blumenbuketts, die entlang den Konturen ausgeschnitten undauf die Wände geklebt wurden," Papierzähnchen", die an den Borden von Kredenzenund Topfschränkchen befestigt waren, gemalte Wandbehänge, Wandschoner undTeppiche(" dywany") zum Aufhängen über dem Bett oder der Bank. In der Gegenwartwerden diese Wandschoner auch auf Leinwand gemalt. Am Ende des 19. und zuBeginn des 20. Jahrhunderts gebrauchte man zum Malen natürliche Farbstoffe

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