unterschiedlich, zu Beginn unseres Jahrhunderts kamen Blech und Dachziegel zurAnwendung. Die Wohngebäude in der Krakauer Region hatten nur ein Erdgeschoẞund je nach den Vermögensverhältnissen des Besitzers eine Fläche von 40-150 m².Die Anordnung der Innenräume einer Bauernhütte der Krakauer Region istweitgehend differenziert. Die Lage der Eingangstür bestimmte die grundsätzlicheUnterscheidung nach Längs- und Queranlage. Es gab also Gebäude mit schmalerFrontseite, an welcher der Eingang war( dieser archaische Typ war seltener), undhäufiger die sogenannten breitfrontalen Gebäude mit der Eingangstür in der breitenWand. Die Eingangstür führte auf einen schmalen Flur, von dem man in die einzelnenRäume gelangte. Zu beiden Seiten des Flurs befanden sich zwei oder mehreresymmetrisch angelegte Räume.
Die Außenwände der Häuser wurden meistens getüncht. In der Umgebungvon Kraków setzte man der Kalktünche Ultramarin zu und färbte mit diesemGemisch die Wände. Im östlichen Teil der Region war die Verzierung der Häusermit waagrechten Streifen charakteristich, sie entstand durch das Ausfüllen der Fugenzwischen den Balken mit Lehm. Die am weitesten entwickelte Art von Dekor wardie Verzierung der Fensterumrahmungen mit reichen Blumenmustern. Spuren dieserAuszier trifft man bis heute im östlichen Teil der Region, etwa in der Umgebungvon Dąbrowa Tarnowska. Dort wird diese Tradition bis heute aufrechterhalten,alljährlich wird ein Wettbewerb um die schönste Bemalung der Wohnhäuserveranstaltet.
Noch im 19. Jahrhundert waren sogenannte" Rauchhütten" oder" Halb-rauchhütten" ohne Rauchfang, in denem der Herdrauch durch den Dachboden abzog,überall anzutreffen. Die Feuerstellen waren offen, das Feuer und die Glut wurdendirekt auf der Kochstelle zur Zubereitung der Nahrung benutzt. Entweder stellteman ins Feuer ein eisernes Dreifuẞgestell, welches als Ständer für das Kochgeschirrdiente, oder das Geschirr war selbst mit Füßen versehen. Die aus Stein und Lehmgebauten Öfen waren stattliche Aufbauten mit Feuerstelle und Backofen.
Zwei wichtige Innenräume besaß die Bauernhütte in der Regel: dieKüchenstube, in der sich das häusliche Leben konzentrierte, und die sogenannte" Weiße Stube", die mit prächtigen Möbeln und schönem Hausrat ausgestattet war.Die" Weiße Stube" hatte einen feiertäglich- repräsentativen Charakter und wurdegelegentlich als Festtagsraum benützt, zum Beispiel zu Weihnachten und Osternund bei Familienfesten.
Die Einrichtung der traditionellen Bauernstube bestand aus Betten, Bänken( darunter auch" Schlafbänke"), Wandbrettern, Kredenzen und Truhen. Viele dieserEinrichtungsgegenstände konnten aufgrund ihrer einfachen Form im Haushaltangefertigt werden. Die bemalten Möbel, hauptsächlich Truhen, hatten beinahe injeder Gemeinde ihren eigenen durch ungewöhnlich reiche Blumenornamente.ausgeprägten Stil. Die Truhen gehörten traditionell zur Mitgift der Braut und wurdenmeistens in kleinstädtischen Tischlerwerkstätten hergestellt.
Die bekannteste Möbelwerkstatt an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundertbefand sich in Skawina, einem kleinen Städtchen in der Nähe von Kraków. Dortwurden dunkelgrün bemalte, mit reichen gelben und roten Blumenmotiven verzierteMöbel erzeugt.
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