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Die Krakauer : traditionelle Volkskultur aus Südpolen
Entstehung
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Kraków mit seinen Denkmälern aus der verflossenen Glanzperiode Polensund den Gräbern der polnischen Könige hatte immer eine besondere Stellung imhistorischen Bewußtsein der Polen, besonders was die Aufteilung Polens unter diebenachbarten Staaten in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts betrifft. Eben zu dieserZeit war die Stadt Schauplatz schwerwiegender historischer Ereignisse. Im Jahr 1794brach unter der Führung von Tadeusz Kościuszko ein Aufstand los, dessen Ziel dieRettung des zerrissenen Vaterlandes war. Nach der Unterdrückung des Aufstandesführten Rußland, Preußen und Österreich die dritte und endgültige Teilung Polensdurch. Das Krakauer Land teilten Rußland und Österreich untereinander auf, dieStadt selbst und ihre Umgebung fielen Österreich zu.

Die nach den napoleonischen Kriegen durch den Wiener Kongress im Jahr1815 errichtete Krakauer Republik( die freie Stadt Kraków mit ihrem Bezirk) warfür kurze Zeit der einzige relativ unabhängige polnische Landstrich. Das Ende derRepublik und die Einverleibung Krakóws in die Österreichische Monarchie warendie Folgen des nächsten Aufstandes, der sogenannten" Krakauer Revolution" imJahre 1846.

Polen als unabhängiger Staat ist erst nach dem Ende des 1. Weltkrieges imJahr 1918 wiedererstanden. Trotz vieler Jahrzehnte der Unfreiheit haben sich nationaleund kulturelle Traditionen in vielen Formen erhalten. Dazu hat die liberale Politikder Österreichischen Monarchie an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in dendamals besetzen polnischen Gebieten wesentlich beigetragen. Für Kraków war diesePeriode eine Entwicklungszeit der Bildung, der künstlerischen, wissenchaftlichenund patriotisch- kulturellen Tätigkeit. Ihre führende Rolle in der Wissenschaft verdanktdie Stadt der seit 1364 bestehenden Jagiellonen- Universität sowie der im Jahre 1873gegründeten Akademie der Wissenschaften.

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Einen Aufschwung erlebte auch das künstleriche Leben das Theater, dieLiteratur und die Bildhauerei, eng verbunden mit der Gründung der Akademie fürBildende Künste.

Das Interesse an der traditionellen Volkskunst und ihre systematischeErforschung, wie sie der im 19. Jahrhundert geltenden romantischen Strömungentsprach, hatten eine starke Entwicklung der patriotischen Einstellung und die Suchenach den Quellen der Nationalkultur zur Folge. Am Anfang unseres Jahrhundertsentwickelte sich die Faszination des Volkstümlichen zu einer intellektuellenErscheinung in den Künstlerkreisen, die das" Junge Polen" vertraten. Für dieseKünstler wurde die Kultur des Krakauer Dorfes sowohl die Quelle ihrerschöpferischen Inspiration als auch der Gegenstand der Idealisierung. Kraków wurdeauch zum Zentrum des Museumswesens. Die Gründung des Nationalmuseumserfolgte im Jahre 1879, und im Jahr 1904 wurde die erste Daueraustellung eröffnet,welche den Anfangspunkt der Geschichte des Ethnographischen Museums bildet.Seine endgültige Gründung erfolgte im Jahre 1911 dank den Bemühungen desLehrers, Sammlers und Freundes der Volkskunst, Seweryn Udziela.