Krakau
Land und Leute
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Vorwort
ie ethnographishe Gruppe der Krakauer bewohnt ein sich weit erstreckendesGebiet Südpolens, das die Wojewodschaft Kraków und Teile benachbarterWojewodschaften( Tarnów, Kielce, Katowice und Bielsko) umfaßt. Daszentrum des historischen Krakauer Landes war und ist die Stadt Kraków, welchebis zum Ende des 16. Jahrhunderts auch die Hauptstadt Polens war.
Die Krakauer waren vor allem Landbewohner, wie auch viele andereethnographische Gruppen, aus denen sich das polnische Volk zusammensetzte. Bisin die jüngste Zeit waren Ackerbau und Viehzucht auf kleinen und stark zersplittertenFamilienbauerngütern ihre Hauptbeschäftigung. Diese landwirtschaftliche Tätigkeitund allgemeine Fertigkeiten in verschiedenen handwerklichen Arbeiten haben dazubeigetragen, daß diese Bauerngüter beinahe autark existieren konnten. Sicherlichwaren sie imstande, sich selbst zu ernähren.
Das Krakauer Land trug in der Zeitperiode, die diese Ausstellungveranschaulicht, also im 19. und den ersten Jahren unseres Jahrhunderts, scharfausgeprägte Spuren des jahrhundertelang bestehenden Feudalsystems, ähnlich wieauch die Dörfer in anderen Regionen Polens. Die Bevölkerung des Landes bestandbis zum Beginn des 2. Weltkrieges aus zwei für ganz Polen bedeutendenGesellschaftsschichten, dem Adel und dem Bauerntum, und diese vertraten zugleichzwei durchaus verschiedene Welten, die des Gutshofes und die des Dorfes.
Das Land in unserer Region wurde von einem in nationaler Hinsichteinheitlichen Volk bewohnt, jedoch ist die Frage des Nationalbewußtseins, seinesWachrufens in unter der bäuerlichen Bevölkerung, erst in der 2. Hälfte des 19.Jahrhunderts zum Ausdruck gekommen. Andere Nationen waren vor allem durchdie in diesem Gebiet bis zum 2. Weltkrieg lebenden Juden- meist Händler,Handwerker und Schankwirte- vertreten, welche hauptsächlich in kleinen Städtenwohnten. Weitere Ansiedlergruppen, etwa solche deutscher Abstammung, habensich völlig assimiliert. Die römisch- katholische Konfession mit ihrertausendjährigen Geschichte besaß hier eine vorherrschende Stellung. Aber in dertraditionellen Volkskultur, besonders in den bis zur heutigen Zeit alljährlichausgeübten Bräuchen und Sitten können wir immer noch Motive uralten,vorchristlichen Aberglaubens beobachten.
Obwohl die Volkskultur des Krakauer Landes in ihrer Grundform einheitlichwar, erfuhr sie eine ständige innere Differenzierung, bedingt durch ökonomische,geographische oder geschichtliche Faktoren. Daher hat man die ethnographischeGruppe der Krakauer in Ost- und Westkrakauer unterteilt. Die letztere Gruppe warmit der Stadt Kraków enger verbunden als die erstere; sie hat auch eine wesentlicheRolle in der Gestaltung der Kulturtradition der ganzen Region gespielt.
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