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Leopolds im Jahre 1658, ja sogar in die Zeit seiner Jugend zurückgreifen müssen.
Wollen wir die Haltung Österreichs im schwedisch- polnischen Krieg, die Frageder spanischen Erbschaft, die Haltung Österreichs in den Raubkriegen Ludwigs XIV. und dieFrage der schlesischen Herzogtümer ausklammern, so müssen wir doch den durch die nachdem Tode Georg II. Rákoczys entstehenden Wirren in Siebenbürgen, die durch konfessio-nellen Unfrieden auf ganz Ungarn übergreifend, den Türken Anlaß zum sogenannten erstenTürkenkrieg 1663-64 bot, erwähnen, der durch die Schlacht bei Mogersdorf am 1.August 1664unter Montecuccolis Führung mit einem kaiserlichen Sieg beendet wurde. Die für Ungarnungünstigen Bedingungen des darauf folgenden Friedens von Eisenburg( Vasvár) rief eineEmpörung unter dem ungarischen Adel hervor und die vom Palatin Franz Wesselényi ange-führte Magnatenverschwörung wurde nach seinem Tode( 28. März 1667) aufgedeckt und imApril 1671 rollten in Wien die Köpfe Nádasdys, Zrinyis, Frangepanes und des SteirersTattenbach in den Sand. Trotzdem kam es nicht wie einst in Böhmen nach der Schlacht amWeißen Berge( 1620) zu der auch hier geforderten Brechung der Macht der Stände und Be-gründung der absoluten Staatsform, um die Herrschaft der Dynastie zu sichern und die rest-lose Wiederherstellung des katholischen Glaubens durchzuführen, denn die evangelischenVerbündeten Österreichs milderten das rigorose Vorgehen gegen die Protestanten. Viele abermußten das Land verlassen, Adelige wie Nichtadelige, und sammelten sich im sicherenSiebenbürgen und auf türkischem Territorium, von wo aus sie im August 1672 als" Kuruzzen"( Kreuzfahrer) in Ungarn gegen die Anhänger der Regierung vorgingen, die den Spottnamen" Labanczen"( Fußknechte) erhielten. Ein erbitterter Kleinkrieg entbrannte nun, der sichnach der im Jahre 1678 übernommenen Führung der Rebellen durch Emmerich Tököly zu einemgefährlichen Brand ausweitete und durch das Eingreifen der siebenbürgischen Truppen unterihrem Fürsten Apafy zum sogenannten zweiten Türkenkrieg( 1683- 1699) führte. Die zweiteTürkenbelagerung Wiens im Jahre 1683 mit dem Entsatz durch kaiserliche Truppen unterKarl von Lothringen und den polnischen Hilfstruppen des polnischen Königs Jan Sobieski,die Eroberung Belgrads und der Sieg von Zenta( 11. September 1697) durch Prinz Eugen vonSavoyen waren nur einige Marksteine auf dem Weg zum Frieden von Karlowitz( 26. Jänner1699), der für Österreich vor allem Siebenbürgen, den größten Teil Ungarns und einen TeilSlawoniens einbrachte. Damit war die Vormacht der Türken an der Donau gebrochen, aberUngarn noch lange nicht zur Ruhe gekommen( Karl u. Mathilde Uhlirz, Handbuch der Ge-schichte Österreichs und seiner Nachbarländer Böhmen und Ungarn, I.Bd., Wien 1927,