Druckschrift 
Möbel aus Kroatien : Funktion und Ästhetik traditioneller Wohnkultur ; eine Ausstellung des Ethnographischen Museums in Zagreb im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee, Burgenland von 17. März bis 29. September 2002 im Rahmen von EFMO, Ethnologie-Forum Mittel- und Osteuropa
Entstehung
Wien Kittsee [2002]
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Interviewpartnerin aus Donji Andrijevci im Brodsko Posavlje, Slawonien,illustrieren. Sie heiratete 1933 und brachte als Mitgift Möbel für ein kleinesZimmer mit, das auch heute noch so ausieht wie vor fünfzig Jahren: In derKredenz liegen 17 Ballen Gewebe, darunter sorgfältig zusammengelegteSchärpen. Unter der Kredenz ist in einer Kommode die Wäsche aufbe-wahrt. Anläßlich der Vorbereitung der Ausstattung sowie beim Kauf derMöbel für die Heirat wurden die Vermögensunterschiede der einzelnenFamilien sichtbar. Für eine andere Interviewpartnerin aus Vukojevci,Slawonien, hatten die Eltern die Möbel( Bett, Kredenz, Tisch, Schrank undzwei Stühle) bei dem Dorftischler Tutnjević bestellt, was sie als" eher ärm-liche Mitgift" bezeichnete. Zur gleichen Zeit heiratete im Dorf DonjaMotičina, Slawonien, eine junge Frau, deren Vater, der gelernte TischlerIvan Gavranović, die Möbel für das Schlafzimmer nach ihrem Wunschselbst anfertigte: zwei Schränke, zwei Betten, zwei Nachtkästchen, eineFrisierkommode mit Spiegel(" Psyche") sowie einen Tisch mit zweiStühlen. Der Brauch, der Braut ein Schlafzimmer als Mitgift mitzugeben,wurde bis in die heutige Zeit beibehalten. Die Mädchen wählen je nachden finanziellen Möglichkeiten der Eltern das Schlafzimmer, wobei siedieses meist in größeren Städten kaufen. Jede Familie hat den Wunsch,möglichst moderne Schlafzimmermöbel zu erwerben, und zwar" solche,die noch niemand hat". Nach dem Kauf der neuen Möbel kommen dieBauern aus dem Dorf zur" Besichtigung". Nach fünfzehn oder zwanzigJahren Ehe werden in der Regel die als Mitgift mitgebrachtenSchlafzimmermöbel durch neue ersetzt.

Schlafzimmer, Umgebung von Slavonski Brod

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