Druckschrift 
Möbel aus Kroatien : Funktion und Ästhetik traditioneller Wohnkultur ; eine Ausstellung des Ethnographischen Museums in Zagreb im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee, Burgenland von 17. März bis 29. September 2002 im Rahmen von EFMO, Ethnologie-Forum Mittel- und Osteuropa
Entstehung
Wien Kittsee [2002]
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Küche, Trilj, dalmatinisches Hinterland

Die Wohnkultur in der Lika( gebirgiger Teil der dinarischen Region) wurde zu Beginndes 20. Jahrhunderts folgendermaßen beschrieben:" Das Innere des Hauses gliedertsich in zwei Haupträume, die Küche und das Zimmer. Die fensterlose Küche ist beimBetreten des Hauses der erste Raum. Dort ist die in viereckiger Form aus Ziegelngebaute Feuerstelle... An der Feuerstelle stehen dreibeinige Schemel. Im Winter hän-gen über der Feuerstelle auf Querstreben Speck, Rohschinken,Schweinefleischstücke... Das Zimmer ist von jenem Hausteil, in dem die Frau, diealten Familienmitglieder und die kleineren Kinder schlafen, getrennt. Die größerenKinder, besonders die männlichen, schlafen" draußen" in den Ställen; einige im Stallauf dem Heu, bis sie selbst Hausherren geworden sind... Im Zimmer befinden sichder Tisch, die Stühle, die dreibeinigen Schemel, die Bank und das Bett. Außerdemstehen da auch Truhen, die im Laufe der Zeit durch Schränke ersetzt werden... DasBett enthält nur loses Stroh, das mit einem Bettuch abgedeckt wird. Früher gab es imZimmer keine Bilder. An Feiertagen wurde das Zimmer mit frischem Gras oderBlumen, aber auch mit Mais, Äpfeln u.ä. geschmückt." Bereits in der 1940er Jahrenbeobachtete der Autor dieser Beschreibung Veränderungen wie die Vergrößerung derZimmerzahl in den Häusern und der Kauf industriell hergestellter Möbel in wohlhaben-deren Familien. Seit dieser Zeit sind auch Schrank und Doppelbett üblich. In densechziger und besonders in den siebziger Jahren stieg die Zahl der Neubauten, dieüberwiegend mit Industriemöbeln eingerichtet waren. In seinen in den sechzigerJahren durchgeführten Feldforschungen kündigte der Architekt Freudenreich solcheEntwicklungstrends an, die sich bis heute fortsetzen:" In einigen Dutzend Jahren wer-den volkstümliche Bauten nur Reste aus der Vergangenheit sein; diese Reste werdenin entlegenen, wirtschaftlich weniger entwickelten Gegenden noch einige Jahrzehnteerhalten bleiben."

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