Die Küche bewahrte in der adriatischen Region am längsten ihre tra-ditionelle Form. Mittelpunkt der Küche war der Herd, eine offeneFeuerstelle mit einem aus Steinen und Ziegeln gemauerten Abzug.Im Rauchfang befand sich eine Eisenstange. Daran hing eineEisenkette mit einem s- förmig gekrümmten Endstück, an demwiederum verschiedene Kessel, bronzin(" Eisernes") oder lopiža(" Tönernes"), eingehakt wurden. Auf der Feuerstelle lag einSchüreisen für die Glut zum Braten von Fisch oder Fleisch. Eindreibeiniges Eisengestell diente als Untersatz für den Kessel. Früherbefand sich neben dem Herd ein auf zwei Steinen aufgesetztesgrob gezimmertes Holzbrett, das später durch eine Bank mit oderohne Lehne ersetzt wurde. Der Platz unter der Bank wurde zurAufbewahrung von Lebensmitteln genützt. Rund um den Herdstanden dreibeinige Schemel aus einem entsprechend gewachse-nen Stück Holz oder eine kleine Bank auf drei Beinen. An der Wandhing ein Holzregal mit den aufgereihten Tellern und dem übrigenEssgeschirr. Ein einfacher Tisch mit einer Lade hatte ebenfallsseinen Platz in diesem Raum. Der Trog für den Brotteig stand aufder kleinen Bank oder einer Kiste. Eine oder mehrere Vertiefungenin der Wand dienten zum Ablegen verschiedener Gegenstände. DerPlatz mit dem Herd entwickelte sich schließlich zu einem geson-derten Raum, der im Dachgeschoß untergebracht wurde. In denärmeren Haushalten befanden sich dort auch die Schlafstätten. Dieeinfachsten Schlafstätten bestanden aus einem Brett, das aufHolzgestelle gelegt wurde. Die von Zimmerleuten angefertigtenBetten haben diesen Typ jedoch gänzlich verdrängt. Das Kinderbettin Form einer Kiste mit Füßen stand neben dem Bett der Mutter. DasKind lernte im Gehgestell stehen und gehen. Zum Ablegen derKleidung wurden Truhen- kasele oder sanduci( Kisten), skrinje oderškrinje- verwendet, die meist grün, braun oder blau bemalt waren.Mit der Zeit trat an die Stelle der Truhe die Kommode.
Als Illustration des beschriebenen Interieurs soll die Wohnung einesSchafhirten in Humac auf der Insel Hvar dienen, die auch heutenoch während der Sommermonate als vorübergehendeUnterbringung der Bevölkerung, aber auch als Touristenattraktion
dient.
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