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Möbel aus Kroatien : Funktion und Ästhetik traditioneller Wohnkultur ; eine Ausstellung des Ethnographischen Museums in Zagreb im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee, Burgenland von 17. März bis 29. September 2002 im Rahmen von EFMO, Ethnologie-Forum Mittel- und Osteuropa
Entstehung
Wien Kittsee [2002]
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VORWORT

Franz Grieshofer

Ausstellungen bilden stets den Endpunkt der Museumsarbeit. Siestellen das Bemühen dar, die aus der Sammeltätigkeit und aus derwissenschaftlichen Bearbeitung der Objekte gewonnenenErkenntnisse visuell zu vermitteln.

Die gegenwärtige Ausstellung Möbel aus Kroatien- Funktion undÄsthetik traditioneller Wohnkultur" des Ethnographischen Museumsin Zagreb liefert dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Sie führt uns anHand eines der zentralen Themen menschlicher Kultur, desWohnens, die ethnologische Arbeitsweise exemplarisch vor Augen.Ausgangspunkt bilden Möbel aus Kroatien in ihrer historischenEntwicklung und in ihrer regionalen Verbreitung.

Dem Möbel kommt eine generelle Aussagekraft zu. Es verkörpertjene Lösungen, die der Mensch bei der Suche nach Bewältigung undErleichterung seines Daseins geschaffen hat, seien es Möbel zumSitzen, zum Liegen, zum Stellen oder zum Verwahren der Kleidungund der Geräte. Als wichtige Begleiter des Menschen markieren siedie einschneidenden Abschnitte des Lebens. Ihre Ausgestaltung undihr Zierat läßt erkennen, dass manche Möbel eine höhereRangordnung einnehmen als andere. Das zeigt sich auch an ihrerPositionierung im Raum. In ihrer Gesamtheit, als Ensemble, sind sieAusdruck der jeweiligen Zeit, der aktuellen Modeströmungen wieauch der Vermögensverhältnisse. Solcherart liefern sie Einblick in diejeweilige Lebensweise und die unterschiedlichen Lebensstile. Fürdie Kulturwissenschaft bilden Möbel daher wichtige Indikatoren zumErkennen ökonomischer, gesellschaftlicher und kultureller Strukturen.Wie die Ausstellung aus dem Ethnographischen Museum in Zagrebzeigt, werden die Möbel zu einem Spiegel regionaler Kultur.Die Ausstellung leistet somit vordergründig einen wichtigen Beitragzum Verständnis der Kultur benachbarter Regionen. Ihre Präsentationim Ethnographischen Museum Schloss Kittsee ist aber noch auseinem weiteren Grund sehr zu begrüßen, da sie uns die Funktionund Wertigkeit der eigenen Möbel deutlicher erkennen läßt. Sieermöglicht einen Vergleich des Anderen mit dem Vertrauten, denndas Fremde schärft den Blick auf das Eigene.

Darüber hinaus wird mit dieser Ausstellung die seit einigen Jahrenforcierte Zusammenarbeit zwischen dem EthnographischenMuseum in Zagreb und dem Österreichischen Museum fürVolkskunde in Wien respektive dem Ethnographischen MuseumSchloss Kittsee erneut unterstrichen und fortgeführt. In diesemZusammenhang sei nur an die wunderschöne Ausstellung Paškačipka" über die hohe Kunst der kroatischen Spitzenerzeugung erin-nert, die 1996 in Wien gezeigt wurde. Diese Präsentation hat miteinem Schlag deutlich gemacht, welch enge ethnographischeBeziehungen und Verflechtungen zwischen Österreich und Kroatienbestehen. An der Entdeckung und Wiederbelebung der Spitzenkunstauf der Insel Pag zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten schließlichnicht zuletzt Damen aus der Wiener Gesellschaft großen Anteil.Angeregt durch die Bestrebungen des Museums für österreichischeVolkskunde galt ihr Interesse der Volkskunst. Zwei Namen sind hier

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