im Vergleich mit der eigenständigen bulgarischen Töpferware sichtbar,welche schon zur Thematik des nächsten Ausstellungsraumes überleitet.Der Kleine Festsaal mit seiner barocken Stuckdecke, eine Hirschjagddarstellend, ist abschließend dem südslawischen Bereich gewidmet. Diehervorragende textile Volkskunst der Bulgaren und der heute in Jugo-slawien zusammenlebenden Völker ist in zahlreichen Schaustücken ver-treten, unter welchen neben den bulgarischen Langhemden besonders diereichbestickten Kurzhemden aus Dalmatien hervorzuheben sind. Auchcharakteristischer Schmuck, darunter wertvolle Silberfiligran- und Mes-singarbeiten, sind zu sehen. Die Wimpel der Fischerboote von der InselCres/ Cherso der dalmatinischen Kvarnerinseln lassen in ihrem Schnitz-werk nicht nur den Einfluß Venedigs, sondern in den Farben der Flaggenauch denjenigen der k. u. k. Kriegsmarine erkennen. Die deutsche Volks-gruppe der seit dem Mittelalter bis an die Schwelle unserer Tage inSlowenien angesiedelten Gottscheer, ist mit bezeichnenden Stücken ihrerüberlieferten Volkskultur vergegenwärtigt, wie denn abschließend Bei-spiele der volkstümlichen slowenischen Stickerei auf Polsterbezügen ausOberkrain den Museumsbesucher aus dem südlichen Nachfolgestaat deralten österreichisch- ungarischen Monarchie an die Grenze des heutigenÖsterreich zurückgeleiten.
Schauräume in einem etwa gleichgroßen Flächenausmaß im ostseitigenFlügel des Obergeschosses werden gegenwärtig der abschließenden Ge-samtrestaurierung des Schlosses Kittsee unterzogen und stehen in Jahres-frist zur Gänze zur Verfügung für die Durchführung regelmäßiger Son-derausstellungen aus eigenen Museumsbeständen und aus Leihgabenanderer Institute, für welche bisher lediglich die Galerie im Erdgeschoßmit ihren beiden anheimelnden, wenn auch beengten Gewölben und dieschmalen Gänge des Schlosses genutzt werden konnten.
Längst ist das Ethnographische Museum Schloß Kittsee gemäß seinemGründungsauftrag auch Veranstaltungsort lebhaft besuchter volkskund-lich- wissenschaftlicher Fachveranstaltungen, von Vorträgen, Studientagenund Seminaren geworden, wie auch der barocke Festsaal den repräsen-tativen Rahmen bietet für den zu einer geschätzten Einrichtung gewor-denen Konzertzyklus des Pannonischen Forums Kittsee. Auf diese Weiseentwickelt sich das Ethnographische Museum Schloß Kittsee zu einemneuen kulturellen Mittelpunkt des nördlichen Burgenlandes und östlichenNiederösterreich.
Die Gründung des Museums geht auf das Jahr 1973 zurück. Der VereinEthnographisches Museum Schloß Kittsee, der mehrere hundert Mitglie-der vereinigt, wurde als Rechtsträger des Museums bereits ein Jahrzuvor, 1972, konstituiert. Für die Erhaltung des Museums kommen zugleichen Teilen das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschungund die Kulturabteilung des Amtes der Burgenländischen Landesregie-rung auf. Abgesehen von der im Aufbau befindlichen vereinseigenenSammlung von Gegenständen zur Volkskultur der ost- und südosteuro-