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Das Ethnographische Museum Schloß Kittsee
Entstehung
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dieser Zeit stammt der vor und über die mittleren fünf Achsen des Haupt-flügels gesetzte Risalit mit überhöhtem Mansardendach. Die Jahreszahl1737 am alten Dachstuhl war ein Zeugnis dieses Umbaues.

Die Besitzer der jüngsten Vergangenheit, unter welchen als bedeutendstePersönlichkeit Fürst Ladislaus Batthyány- Strattmann, der Begründer desKittseer Krankenhauses, gesuchter Augenspezialist und großer Philan-throp, hervorragt, haben im Sinne des Historismus letzte Veränderungender Außen- und Innenarchitektur getroffen. Der von muskulären Atlan-tenfiguren getragene Vorbau der Altane wurde 1909 vom Palais Grassal-kovich in Preßburg( 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts) nach Kittsee über-tragen und parkseitig vor die Giebelfront des stark ausgeprägten Mittel-pavillons gesetzt. Zur gleichen Zeit, um 1900, erfolgte auch die Umwand-lung der ehemaligen ebenerdigen Schloßdurchfahrt zu einer Hauskapelle,wobei der Südfassade ein barockisierender Vorbau mit Balkon vorgestelltworden ist. Die sehr aufwendige und erst in diesen Tagen zum endgül-tigen Abschluß gelangende Wiederherstellung des Schlosses Kittsee kon-serviert im wesentlichen diesen letzten Architekturzustand um die Jahr-hundertwende.

Auf nachhältiges Betreiben des Landeskonservators für das Burgenlandwurde Schloß Kittsee 1969 als historisches und bauliches Denkmal in dieObhut der öffentlichen Hand gegeben und einer neuen Verwendung alsselbständige Außenstelle der Bundesmuseen in Wien zugeführt. Die Be-sitzfestigung erfolgte durch die Übernahme des Schlosses und des verblie-benen Parkareals in das Eigentum der Marktgemeinde Kittsee. Unter derLeitung des Bundesdenkmalamtes und durch die Munifizenz des Bundes-ministeriums für Wissenschaft und Forschung und des Amtes der Burgen-ländischen Landesregierung wird seither die bauliche Sanierung des Ge-bäudes und seine Adaptierung für Museumszwecke durchgeführt. ImZuge dieser Arbeiten kam es unter vielem anderen auch zur Öffnungder vermauerten Erdgeschoßarkaden an der Ehrenhofseite, in welcherGestalt sich heute das Schloß dem Besucher des Ethnographischen Mu-seums Schloß Kittsee auf den ersten Blick darbietet.

Den Zugang zum Schloß von der unmittelbar an der Parkmauer vorbei-führenden Bundesstraße her bietet das mächtige Hauptportal mit seinemschweren neubarocken Schmiedeeisengitter, das einst als Tor zum öster-reichisch- ungarischen Pavillon auf der Pariser Weltausstellung 1900 alseine Meisterleistung alten österreichischen Kunsthandwerks geschaffenworden war und nach Kittsee übertragen wurde. Die einst weitläufigebarocke Parkanlage, in neuester Zeit aus wirtschaftlichen und sozialenGründen in ihrem Flächenausmaß um einiges beschnitten, zeigt sichgleichfalls in ihrer Ausgestaltung der Jahrhundertwende: eine breitan-gelegte Treppe mit den beiden Steinlöwen und ein großes Brunnen-becken zwischen den immergrünen Buchsbaumkugeln, das von einer ba-rocken Gartenanlage in Preßburg um 1900 hierher übertragen worden ist.Im Schloß selbst wird der Besucher unter der Altane des Ehrenhofes im