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Das Ethnographische Museum Schloß Kittsee
Entstehung
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Klaus Beitl

Felix Schneeweis

DAS ETHNOGRAPHISCHE MUSEUM SCHLOSS KITTSEE

Der Markt Kittsee( BH Neusiedl am See) im nördlichsten Burgenland,hart an der österreichisch- tschechoslowakischen Grenze in der derKönigswarte von Berg vorgelagerten Donauebene gelegen, ist mit seinemheute als Bundesmuseum geführten Schloß alter Geschichtsboden. VomMittelalter bis zur Aufhebung der Grunduntertänigkeit( 1848) war derMarkt( vor 1416) Vorort der gleichnamigen Herrschaft. Am Viervelt",einem im Ortsbereich von Kittsee befindlichen Gelände, sammelte sich1198 das Kreuzzugsheer Kaiser Friedrichs I. Barbarossa und wartete aufdie Durchzugserlaubnis durch Ungarn. Hier fand 1264 die Trauung desSohnes Belas IV. von Ungarn mit der Nichte Přemysl Ottokars von Böh-men, Kunigunde von Brandenburg, statt, und 1291 wurde auf diesem Feldeder als Hainburger Friede bekannte Vertrag zwischen Herzog Albrecht I.von Österreich und Steiermark und König Andreas III. von Ungarn ab-geschlossen. In den späteren Jahrhunderten wurden die Habsburger beifeierlichen Anlässen von ungarischen Delegationen hier empfangen.Besitzgeschichtlich war Kittsee bis 1363 königliche Domäne. In diesemJahr erhielten es die aus Deutschland eingewanderten Wolfart. Diesenfolgten nach verschiedenen Geschlechtern im 16. Jahrhundert die Frei-herren von Puchheim, 1648 die Brüder Johann und Ladislaus Listy, 1676Graf Paul Esterházy und zuletzt, 1870, die Batthyány- Strattmann.

Die baulichen Zeugen dieser Geschichte sind bis heute das Alte Schloß,ursprünglich eine Wasserburg mit rechteckigem Grundriß an einer altenDonauschlinge, dessen Bestand schon im 12. Jahrhundert bezeugt ist undwelches wahrscheinlich unter den letzten Arpaden als Grenzfestung gegenÖsterreich errichtet worden war.

Das Neue Schloß, heute als Ethnographisches Museum geführt, hingegenentstand Anfang des 17. Jahrhunderts als Meierhof und wurde 1668 unterJohann Listy erweitert. Von den vier Eckbastionen der befestigten An-lage des 17. Jahrhunderts ist noch ein Mauerwerk aufrecht, und einsteinernes korbbogiges Portal mit geradem Architrav und Inschrift Comes Joannes Listius perpetu( us) in Köpczen S: C: R: Ma( jes) t( a) tiscons( lilarius) camera( riu) s/ sub auspicio Dei sancti tutela pii principisLeopoldi Augusti Regis Ungariae aere/ mon( eto?) exiguo et ingenioListiano haec errecta fuere... An( n) o 1668..." erinnert noch immer andie bauliche Erweiterung in der Neuzeit.

Die renaissancezeitliche Anlage, ursprünglich mit Freitreppe und Zwie-beltürmchen vor der Hoffassade, wurde unter Fürst Paul Anton Ester-hazy 1730 bis 1740 von einem Wiener Baumeister barock umgebaut. Aus