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Nußknacker und Weihnachten : Ausstellung im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee, Oktober 1999 - Januar 2000
Entstehung
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und mit dem Aufleuchten des ersten Stern am Himmel einge-nommen wird. Alle Hausbewohner nehmen daran teil und fürdie Abwesenden wird ein zusätzliches Gedeck aufgestellt.

Zu den Volksbräuchen gehört, unter das weiße Tischtuchoder unter den Tisch Heu oder Stroh zu legen( zum Andenkenan die Geburt Christi im Stall) und auch eine alte Sitte, die einegute Ernte bringen soll, indem man die Stube mit Kornpuppen,einem grünen, geschmückten Zweig oder Schmuckelementenaus Stroh schmückte.

Die Sitte, am Heiligen Abend die Stuben zu schmücken,ist sehr alt. In Polen ist das Aufhängen der Podłazniczka unddas Aufstellen der Kornpuppen bekannt. Die Podłazniczka istein Tannenbaum mit abgeschnittener Spitze, geschmückt mitÄpfeln und Nüssen, aufgehängt über der Tür der Diele, im Haus,in der Ecke der sogenannten schwarzen Stube, an Bildern undim Stall. Sie ist ein Symbol für die lebensspendene Kraft derSonne, den Schutz des Hauses und seiner Bewohner vor bösenKräften und Zauber. Die angebrachten Nüsse hatten eine be-sondere Bedeutung als Symbol für Fruchtbarkeit, Kinderreich-tum und auch für Christus( Mittelalter).

Der Brauch, einen Weihnachtsbaum aufzustellen, kam im15. Jahrhundert in Deutschland auf. Der Weihnachtsbaum mitden daran aufgehängten Oblaten symbolisierte den Segen, denChristus gebracht hatte.

Schon 1509 war auf einem Stich von L. Cranach demÄlteren ein Weihnachtsbaum, geschmückt mit Sternen undKerzen, zu sehen. Auf polnischem Gebiet wurde dieser Brauchgegen Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts verbreitet.

Das Abendmahl am Heiligen Abend beginnt der Hausherr,indem er die Oblate mit den anderen Teilnehmern teilt und

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Wünsche religiösen Inhaltes ausspricht. Der feierliche, ernstha-fte oder auch fröhliche Charakter wird durch den Gesang vonWeihnachtsliedern, Pastoralen und die Geschenkeverteilung andie Kinder( die sogenannte Bescherung) bestimmt.

Nüsse und Nuẞknacker

Die Nuẞ ist eine Frucht, die in den europäischen Kultu-ren seit der Zeit des Paläolithikums bekannt und auf allen Kon-tinenten zu finden ist. Sie schmeckt gut, nährt, heilt und hatmagische Kräfte. Wegen ihrer Vielseitigkeit wurde sie zumWeissagen verwendet und hatte verschiedene Symbole( u.a.wurde ihre Schale mit dem menschlichen Schädel und der Kernmit dem Gehirn verglichen/ Antike/, und war auch das Chri-stussymbol/ Mittelalter/).

Besonders im 19. Jahrhundert waren die Nüsse privile-gierte Früchte während des Weihnachtsfestes, am stärksten aberwaren sie mit dem polnischen Abendmahl am Heiligen Abendverbunden; dann bestand auch die Notwendigkeit, ein Gerät zubenutzen, um die Nuß zu knacken.

Aristoteles dachte im 4. Jahrhundert v.u.Z. darüber nach,warum man die Nüsse nicht durch einen Schlag öffnet, sondernmit Hilfe von Nuẞknackern. In seinem Werk" Mechanik" zeigteer ein genaues Schema eines Nuẞknackers und nannte ihn" nu-cifrangibulum". Er zeichnete zwei Hebel mit einer Stütze. Wenndie Kraft von der einen Seite wirkte, wurde die Nuß von deranderen Seite zerdrückt.

In den mittelalterlichen Benediktinerklostern( 10.- 15.Jh.) wurde den Mönchen verboten, die Nüsse mit den Zähnenzu zerbeißen und sie mußten sich eines Messers bedienen.