gel, Drei Könige, sogar Gott selbst). Der Brauch, ein freies Ge-deck auf den Tisch zu stellen, drückt auch das christliche Entge-genkommen gegenüber Notleidenden aus.
Man rief auch Vögel und Tiere( besonders Wölfe) zumAbendmahl, damit sich die menschliche Seele nach dem Todein Vögel und Tiere verwandeln konnte.
Sitten und Gebräuche- Magie, Weissagungund Weihnachtsumzüge
Alle Maßnahmen, Tätigkeiten und Praktiken wurden aus-geführt, um Wohlergehen, Erfolg und vor allem eine gute Ern-te und Fruchtbarkeit für das kommende Jahr zu sichern. De-shalb besteht in vielen Gegenden Polens der Brauch, Getre-idekörner, Erbsen oder Nüsse auszustreuen. Am ersten Weih-nachtsfeiertag und am Stephanstag( dem Tag des ersten Märty-rers) sowie am Neujahrstag und am Tag der Hl. Drei Königewurde der Pfarrer in der Kirche damit besteut. In der Zeit streu-te man sie auch unter die Obstbäume, wobei man den Spruch" für Glück, Gesundheit und auf die Gottesgeburt" aussprach.
Am weitesten verbreitet sind die Wettervorhersagen fürdie folgenden Monate des Jahres( aus dem Wetter der zwölfTage von Weihnachten bis zum Tag der Hl. Drei Könige). Ausdem Wetter zu Weihnachten und Neujahr kann man das Wetterzu Ostern und Pfingsten vorhersagen.
Die Weissagungen über die Gesundheit, das Leben unddie Behandlung von Krankheiten finden meistens am HeiligenAbend oder auch Neujahr statt. Die Länge des Strohhalmes,den man unter dem Tischtuch hervorzieht, kündigt ein langes
oder kurzes Leben an; wenn der am Tisch Sitzende keinen Schat-ten wirft, so wird sein Tod im kommenden Jahr vorausgesagt.Die Eheprophezeihungen sind denen ähnlich, die am Vorabenddes Andreastages gemacht werden. Es wird ebenso Wachs ge-gossen, man weissagt aus paarweise bestehenden Gegenständen,aus der Zeit und Richtung von Geräuschen, am Weihnachtstagaus der Blüte von Kirschzweigen, die am Tag der hl. Barbaraoder hl. Lucia ins Wasser gestellt wurden.
Mit der Weihnachtszeit sind auch die Weihnachtsumzügeverbunden, die nur in der europäischen Kultur bekannt sind.Sie enthalten vorschristliche Elemente, erhaltengeblieben u.a.in einigen Volksliedern und in der Umzugszeremonie. Die Te-ilnehmer( Erwachsene und Kinder) gehen mitunter mit einemStern oder einer Krippe und geben kurze Vorstellungen, die mitder Geburt Christi verbunden sind, treten in Kostümen als We-ihnachtsmänner auf, deren Rolle darin besteht, die Kinder aufdie Kenntnisse der Gebete hin zu überprüfen und Lob und Ta-del zu verteilen; sie sind auch als Tiergestalten verkleidet. InPolen ist der Brauch bekannt, mit Turon, Pferdchen, Ziege, Bär,Teufel oder Storch umherzuziehen.
Eines der häufigsten Motive der Vorstellungen in Scherz-form ist das Betrunkenmachen oder Töten des Turons und an-schließend seine Wiedererweckung zum Leben.
Der Heilige Abend
Der Höhepunkt des Weihnachtsfestes ist der HeiligeAbend mit der Sitte, ein Abendmahl mit Fastengerichten ein-zunehmen, das aus drei bis zwölf Gerichten aus den Früchtender Erde, der Felder, Gärten, Wälder und des Wassers besteht