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Kunst-Spiel-Zeug : Werke mexikanischer Künstlerinnen und Künstler und traditionelles Spielzeug aus der Sammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde ; Sonderausstellung, 15. Mai bis 1. September 1996
Entstehung
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lieferte die Kunstschau im Jahr 1908, bei der es einen eigenen Raum der Kunstfür das Kind" gab. Als zentrales Objekt war in der Mitte des Saales das Pup-penhaus von Magda Mautner von Markhof, einer Schülerin von Alfred Roller,aufgestellt." Ihr war es damit gelungen, die Tradition der Puppenküchen undPuppenhäuser in einer modernen, zeitgenössischen Form weiterzuführen, umso bereits bei den Kindern Verständnis für gutes Design zu wecken. Ein ähnli-ches Beispiel stellt die Arche Noah von Mitzi von Uchatius dar. 12 Sie gewann1905 ein Preisausschreiben der Schule für Angewandte Kunst in Nürnberg, des-sen Zweck es war, Prototypen für qualitätsvolles Spielzeug zu bekommen, umdiese dann preiswert in Serie einem breiten Publikum anbieten zu können. DasÖsterreichische Museum für Volkskunde besitzt zwar nicht die Arche Noah vonMitzi von Uchatius, die ein Unikat blieb, dafür aber eine hausindustriell gefer-tigte Arche Noah aus dem Erzgebirge. Man darf wohl annehmen, daß sich dieKünstlerin, die von 1900 bis 1906 an der Wiener Kunstgewerbeschule bei C.O.Czeschka studierte, von diesem oder ähnlichen Erzeugnissen der SeiffenerHausindustrie inspirieren ließ. Carl Otto Czeschka, Sezessionist und Mitglied derWiener Werkstätte, ist übrigens ein gutes Beispiel für die Vielseitigkeit derKünstler jener Zeit. Er war Graphiker, Möbeldesigner, Bühnenbildner undBuchillustrator in einem. Zu seinen beliebtesten Sujets zählten die Nibelun-gen", mit denen er sich künstlerisch in Form von Dekorationen, Kinderbuch-illustrationen und in Gestalt von gedrechselten und bemalten Ritter- Spielzeug-figuren auseinanersetzte.13

Bekannt sind auch die Spielzeugschöpfungen des Malers Ferdinand Andri, diewiederum ihre Verwandtschaft zu den Erzeugnissen der Hausindustrie inBerchtesgaden oder Viechtau nicht leugnen können. 14 Andri beabsichtigte inWaidhofen a.d. Ybbs sogar eine eigene Produktionsstätte für seine Kreationenzu errichten, zu der es leider nicht kam. Seine Tradition wird heute jedoch vonder Familie Wurm auf dem Kreilhof in Waidhofen/ Ybbs fortgeführt. 15 DasMuseum kann leider nicht mit Originalen von Ferdinand Andri aufwarten,dafür besitzt es einige Beispiele vom Kreilhof: einen Drachen aus Hasel-zweigstücken, ein Hupfmanderl, eine Drehbäuerin, und einen Wolferl".Den Geist der Wiener Werkstätte atmen auch die Figuren von Emmy Zweybrück.Diese Figuren wurden zwar für eine Weihnachtskrippe geschaffen, ihre Ge-staltung erinnert aber stark an die gedrechselten Figuren des Erzgebirges.16Emmy Zweybrücks Figuren stammen aus dem Nachlaß des Malers Ernst Huber,der eine kleine, aber qualitätvolle Volkskunstsammlung besaß. Nachdem dieseSammlung bereits in einer Sonderausstellung im Österreichischen Museum fürVolkskunde gezeigt werden konnte, soll hier nur eine Auswahl an Rösslreitern,Schepperdocken, Pferdewagen, Hochzeitskutschen, etc. auf die Wechselwirkungvon Volkskunst und Moderne hinweisen.17

Diese kleine Auswahl soll aber auch daran erinnern, daß die Produkte der Haus-industrie im Verlauf des zweiten und dritten Jahrzehnts unseres Jahrhundertseinen neuen Stellenwert bekamen. Was ehemals auf der Suche nach demUrsprung der Kunst wegen seiner klaren Form als Vorbild für die Modernediente, wurde nun zum Gegenstand der Rückbesinnung auf die angestammtebäuerliche Volkskultur, zur Qualitätsmarke für deutsches Spielzeug.

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