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Kunst-Spiel-Zeug : Werke mexikanischer Künstlerinnen und Künstler und traditionelles Spielzeug aus der Sammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde ; Sonderausstellung, 15. Mai bis 1. September 1996
Entstehung
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In den Händen der Künstler gerät das Spielzeug zum Kunstobjekt. Sie unter-streichen damit nicht nur ihre Wertschätzung dem Spielzeug gegenüber, son-dern sie wollen damit auch auf seine Bedeutung für die Kinder aufmerksammachen. Die phantasievollen Schöpfungen der Künstler sollen als Anregung zurNachahmung dienen und möchten als Appell an Eltern und Pädagogen verstan-den werden, sich ihrer Verantwortung den Kindern gegenüber bewußt zu sein.

Für einen solchen Appell ist jeder Ort der richtige.

Dennoch mag es verwundern, mexikanisches Kunst- Spiel- Zeug in einem öster-reichischen Volkskundemuseum ausgestellt zu finden. Bei einer ersten flüchti-gen Betrachtung der Kunstobjekte aus Mexiko stellte sich jedoch spontan dieAssoziation mit unserem traditionellen Spielzeug ein. Deshalb lag es nahe, demKunst- Spielzeug aus Mexiko traditionelles Spiel- Zeug aus der Sammlung desÖsterreichischen Museums für Volkskunde, das seit seiner Gründung ja demethnographischen Vergleich verpflichtet ist, an die Seite zu stellen. Ohne hierKulturbeziehungen konstruieren zu wollen, sollen dem Besucher damit dieAugen für die überraschenden formalen Parallelen geöffnet werden. Auf dieseWeise kann gezeigt werden, wie sehr sich künstlerische Kreationen von Spiel-zeug- bewußt oder unbewußt- an den traditionellen Formen orientieren. DieAusstellung macht außerdem deutlich, daß elementarer Gestaltungswille nichtan bestimmte Ethnien und Kulturen gebunden ist.

Inventarisation- oder: Das Spielzeug im Museum

Seit seiner Gründung zählt das Spielzeug zu den bevorzugten Sammlungsbe-reichen des Österreichischen Museums für Volkskunde. Für das Museum standjedoch nicht die Funktion des Spielzeugs, seine Rolle für die Kinder im Vorder-grund, sondern für die Erwerbung waren anfangs vor allem zwei Gesichts-punkte besonders maßgebend: man betrachtete das Spielzeug als ein Zeugnisder Volkskunst bzw. man sah in ihm eine Art Reinkarnation urzeitlicher Kunst.Unter dem Begriff Volkskunst", der erstmals von Jakob von Falke im Zusam-menhang mit den Vorbereitungen zur Wiener Weltausstellung gebrauchtwurde, verstand man zunächst die Produkte des Hausfleißes und der nationa-len Hausindustrie.³ Der berühmte Kunsthistoriker Alois Riegl hatte mit seinerSchrift Volkskunst. Hausfleiß und Hausindustrie" dafür das theoretischeGerüst geliefert. Es war das primär ein wirtschaftswissenschaftlicher Ansatz,der die Produktionsweise als Kriterium für die Bestimmung von Volkskunstberücksichtigte. Das volkskundliche Interesse galt daher besonders den Erzeug-nissen der holzverarbeitenden Hausindustrie in Gröden, in Berchtesgaden undin der Viechtau bei Gmunden. Auch das Erzgebirge wurde zum bevorzugtenZiel der Volkskunstsammler".

So reiste bereits in den Anfangsjahren des Volkskundemuseums der Sohn desMuseumsgründers Michael Haberlandt, Arthur Haberlandt nach Gröden, umeine erste Sammlung an Holzspielzeug für das Museum zu erwerben. In derMuseumsreihe Werke der Volkskunst" widmete er der Grödner Hausindustrieeine umfangreiche wissenschaftliche Abhandlung. Eine weitere Mustersamm-lung von Grödner Spielzeug erhielt das Volkskundemuseum über Vermittlung

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