7. DER GARTEN
Die Beziehung zwischen Haus und Garten war lange Zeit eine enge mitfließenden Übergängen. Vor etwa hundert Jahren waren weite Vorhallen,lange Veranden und verglaste Wintergärten in Mode, welche der Vorliebeder Viktorianer für die Natur entgegenkamen, ohne daß man dafür dasHaus verlassen mußte.
In Salons und Wohnzimmern wurden Pflanzen, vor allem solche, die nichtzu viel natürliches Licht brauchten, in langen Blumenbänken oder großenMajolikatöpfen aufgestellt, oft erhöht auf Sockeln und gestuften Etageren.Überall in den USA wurden übergroße, mit klassischen Motiven und Frie-sen in unterschiedlichen Stilen verzierte Gußeisenvasen und-urnen in klei-nen Fabriken produziert. Draht war ein ideales Material für Blumenständer,zierliche hängende Körbe, allerlei Dinge und Formen wie geometrische oderzoomorphe Figuren, welche einen beliebten Gartenschmuck darstellten.
Viele dieser Formen, die heute wieder in den Antiquitätengeschäften undBlumenläden auftauchen, werden als" Skulpturen" verkauft, während sie fürprofessionelle Floristen, welche auf Trauerbouquets spezialisiert waren, her-gestellt worden waren. Diese verschiedenen Formen, deren Gerüst durchfrische Blumen verdeckt war, wurden wiederholt verwendet. Handwerkeraus der Slowakei, welche sich im Umkreis von Philadelphia und Chicagoniederließen, brachten die Technik der Drahtflechterei nach Amerika.
Vogelkäfige waren ebenfalls dazu geeignet, die Phantasie der Drahtbinderzu beflügeln. Inspiriert durch verschiedenste Architekturstile, von der goti-schen Kirche bis hin zu orientalischen Glossar ::: zum Glossareintrag orientalischen Palästen, waren sie entweder kleingenug, um einen einzelnen Kanarienvogel zu beherbergen oder groß genug,um eine Schar von Tauben aufzunehmen. Draht war ein außerordentlichgeeignetes Material für solch luftige und transparente Behausungen.
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