6. DER HAUSHALT
Bis hinein ins zwanzigste Jahrhundert, bevor arbeits- und zeitsparende Ge-räte die Plackerei der Hausarbeit zu erleichtern begannen, war die Führungdes Haushaltes allein Domäne der Hausfrauen. Vom frühen Morgen bis zumAbend und gleichförmig fast jeden Tag des Jahres wiederholten sich dieHaushaltspflichten nach einem bestimmten Rhythmus, egal ob in einfachenländlichen Häusern oder in wohlhabenderen Haushalten mit einer Reihevon Dienstboten. Jede von ihnen erforderte eine bestimmte Fähigkeit,welche von den Großmüttern auf die Mütter und von denen auf die Töch-ter überkam.
Haushaltsanleitungen gab es im Überfluß, und gegen Ende des
19. Jahrhunderts boten Versandkataloge eine große Zahl verführerischerProdukte an. Während manche dieser Gegenstände zur Standardausrüstungim Haus gehörten, wurden andere als Einzelstücke angefertigt und zeugtenvon der Kreativität und dem Geschick des produzierenden Handwerkers.
Während des 19. Jahrhunderts dienten Drahtgegenstände als geniale Helferim Haushalt, wie etwa Untersätze für heiße Bügeleisen oder Klopfer fürPölster und Teppiche. Es gab Drahtständer zum tropfnassen Aufhängen vonGeschirr, an der Wand zu befestigende Aufhängevorrichtungen für die all-gegenwärtigen Geschirrtücher, schmückende Halterungen für Schwämmeund Seifen; eine Anzahl eiserner Untersetzer, ein jeder mit einem unver-wechselbaren Motiv; Nadelpölster, als Teil eines gut ausgerüsteten Nähkor-bes; und eine Vielzahl von Teppich- und Polsterklopfern, in denen derDraht je nach der Vorstellungskraft des Herstellers gebogen, geschlungenoder geflochten war.
Andere Einrichtungen des Hauses, wie Licht und Heizung waren ebenfallsQuellen für Drahterfindungen. Es gab Kerzenhalter, die den Gang in den
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