4. DIE KÜCHE
In alten Tagen war die Küche wahrhaft das Herz jedes Hauses. Um dieFeuerstelle zentriert, traf sich in der Landküche nicht nur die ganze Fami-lie zum Essen, sondern dort wurde auch gewebt und genäht, gekocht undvorbereitet, und nötige Gegenstände wie Kerzen und Körbe hergestellt.
Die Einführung des freistehenden Kohle- oder Holzherdes zu Beginn des19. Jahrhunderts veränderte nicht nur die Organisation der Küche sondernbeeinflußte auch die Kochmethoden. Die Technik des Verzinnens, welchezu dieser Zeit aufkam, erleichterte die Benützung und Instandhaltung derBlech, Eisen- und Drahtutensilien.
In den meisten Haushalten, in den Städten und ländlichen Regionen glei-chermaßen, benötigte man für die Speisenzubereitung eine schwindelerre-gende Anzahl von Utensilien: Töpfe, Formen, Kessel, Pressen, Nadeln,Hobel, Zangen, Schüsseln, Dutzende von Reiben, Siebe, Stampfer,Abschöpflöffel, Schöpfkellen, usw.; viele von ihnen waren aus Draht.
Die neuen Kaufhäuser förderten das Konsumdenken innerhalb der aufstre-benden Mittelklasse, während die populären Haushalts- und Kochbücherder Zeit die Verwendung einer Fülle von neumodischen Gerätennahelegten.
Ein Katalog des Pariser Kaufhauses Le Printemps bot 1905" batteries decuisine", ganze Sets von Küchenausrüstungen, in verschiedenen Preisklassenan. Die geringste Anzahl von Gegenständen, die für nötig erachtet wurden,war 106. Der Preis stieg mit der Qualität. Man ging von der Annahme aus,daß diese Utensilien einer ganzen Generation dienen sollten, und es oblagder Hausfrau, oder ihrer Dienerschaft, sie pfleglich zu behandeln.
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