1. KURZER HISTORISCHER ABRISS
Die Geschichte der Erzeugung von Drahtflechtarbeiten setzt im 17. Jahr-hundert in der Slowakei ein. Dort wurde erstmals fein geschmiedeter Drahtzum Flicken von zerbrochenen Töpferwaren verwendet. In dieser Epocheherrschte auf dem Lande Armut und Not. Die Leute, die man später Ra-stelbinder nannte, eigneten sich selbst die Handfertigkeit an, beschädigtesTongeschirr ihres bescheidenen Hausrates mit Hilfe von Eisendraht auszu-bessern. Alsbald boten sie gegen ein geringes Entgelt oder für eine Mahlzeitihre Dienste auch den Bewohnern aus der Umgebung an.
Schritt für Schritt entfaltete sich die Drahtflechterei in der Nordslowakei zueinem eigenen Berufsstand, der es den Drahtbindern ermöglichte, ihreHandfertigkeit wirtschaftlich zu nutzen. Seit dem Ende des 18. Jahrhundertshat die Drahtbinderei in zahlreichen Dörfern die Bedeutung eines regel-rechten Wirtschaftszweiges erlangt. Die slowakischen Drahtbinder zogendurch alle Länder der weiten österreichisch- ungarischen Monarchie undauch über deren Grenzen hinaus. Auf diese Weise machten sie ihre Hand-werkstätigkeit überall bekannt.
Einige dieser Wanderhandwerker gelangten zu Wohlstand und kamen ver-mögend in ihre Heimat zurück. Andere ließen sich im Ausland nieder, ins-besondere in Rußland, Deutschland, Frankreich und sogar in den Verei-nigten Staaten von Amerika, wo sie ihre Waren den Erfordernissen eineranderen und anspruchsvolleren Kundschaft anpaßten. Anstelle von Löffeln,Schöpfern, Sieben, Körben, Mausefallen und Maulkörben stellten sie nun-mehr raffiniertere Gegenstände gehobenen Geschmacks her: Bilderrahmen,Vasen, Obstschalen, Gläser- und Flaschenkörbe und Spielzeug.
Das Drahtbinderhandwerk erlebte um die Jahrhundertwende seinen Höhe-punkt. In dieser Zeit waren in Europa und den USA etwa 10.000 Drahtbin-
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