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Wandkasten, Oberinntal. Wand 8: Bettaufsatz Paznaun. Die nord-tiroler Nebentäler Pitztal, Oetztal, Alpach, bewahren gotisierendeMaltechnik und Muster bis in späte Tage( Wand 6 und 7). Ein zier-liches dem Rokoko angeglichenes Barock behauptet der Pinzgau( Abt. 8-9). Ein hervorragend schönes Beispiel der NordtirolerHochrenaissance ist der große Kasten an Wand 7( v. J. 1636, Leih-gabe der Frau Maria Landesberger). Das breit aufgeschlossene Ziller-tal und das Unterinngebiet( vergl. auch Raum X) machen schon diemalerischen Stilwandlungen auch des ausgehenden 18. Jahrhundertsmit( Wand 7, Abt. 10), die etwas handwerklich trocken anmutendenKästen in der Ofenecke( 11-12) dürften dem Tölzer Kistlerhand-werk zuzuschreiben sein. Allenthalben machen sogar die Braut-schaffe diesen Stilwandel mit. Bemerkenswert auch die prächtigenSchlitten aus dem Pustertal und aus Kitzbühel. In der Wandecke11-12 schließlich ein großer blauweißer Sfruzer Majolikaofenum 1700.
K. v. Radinger: Der Alpacher Möbelstil. Werke d. Volkskunst 1,64 ff.Vergl. Tirol: Natur, Kunst, Volk, Leben. 2. Folge, 4( 1929).
RAUM X.
Mobiliar, religiöse Volkskunst.
Wand 1. Miesbacher Truhe v. J. 1691 darüber Rosenkranz-madonna( Brunnenfigur) Pustertal. Wand 2. Unterinntaler reichbemalte bezw. ausgeschnitzte Kästen. Wand 3. Zillertaler Kastenv. J. 1810 mit Landschaftsdarstellungen und Kasten 1833 mit denvier Evangelisten, Bozener Gegend. Wandnische 4. Pustertalergemalter Giebelschrank v. J. 1806. In der Mitte des Raumes Palm-eselfigur, an den Wänden ältere Votiv- und Wallfahrtsbilder sowieein kleineres Tiroler Fastentuch.
RAUM XI.
Möbel und kleinerer Hausrat zumeist Südtirol.
Wand 1. Milchkasten mit Gittertür, Pustertal und Truhe 1722Enneberg. Bei Wand 2. Blauweißer Sfruzer Ofen mit Stuhl aus demNonsberg, daneben Truhe aus dem Vintschgau, wo die Gotik nochlange nachlebt, die auch der stark ergänzte Hängeschrank veran-schaulicht. Noch altartiger die Münstertaler Steinbocktruhe 1580 nachGraubündener Art( Wand 3). Die Truhe mit ausgegründetem inter-essant stilisiertem Renaissancemuster( Wand 5) stammt aus demEnneberg. In Nonsberg fanden sich in Fülle die gediegenen Nuẞ-