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Führer durch das Museum für Volkskunde
Entstehung
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Wanderhändlern entsprechen dabei durchaus dem Geschmack desVolkes selbst. Zu ihnen treten oft sehr originelle Bildwerke,namentlich Schlittenfiguren örtlich verschiedener Herkunft. DieGrödener Spielwarenerzeugung stand in enger Beziehung zu denvon Nürnberger Verlegern auf den Markt gebrachten Erzeugnissenaus Berchtesgaden und wird heute noch fortgesetzt( Wandtafel 6und Kasten 9). Die schulmäßige Fortbildung der Figurenschnitzereizu einem neuzeitlichen Kunstgewerbe, schon seit dem 19. Jahr-hundert hat ihr indes kein künstlerisches Heil gebracht( Kasten 8).Oertliches und Verkehrsgut aller Art mengen sich in der Gruppeder Pfeifen und Dosen( im Glaskasten 10). Einem originellen,schon in der Neuzeit lebenden Tiroler Bauernkünstler, der allerdingsschon außer von Schreckbildern süddeutscher Meister des 16. Jahrh.auch von außereuropäischen Kult- Masken beeinflußt sein dürfte,sind die ringsum oberhalb der Kasten verteilten Holzlarven zuzu-schreiben. Der stattliche blauweiße Majolika- Ofen, Sfruzer- Er-zeugnis um 1700, läßt deutlich Abstammung von den älteren tonnen-förmig gemauerten Back- und Schlaföfen der Südtiroler Bauern-häuser erkennen.

A. Haberlandt: Die Schnitzerei im Grödnertale. Werke der Volks-kunst, Bd. II, 1914, 1 ff.

L. Weiser: Die Ladenschlange. Wr. Zeitschr. f. Volksk. XXXV, S. 1.

RAUM IX.

Mobiliar aus Salzburg, Tirol und Vorarlberg.

In den Wandkästen 2 und 4 Haubenständer, Lichtständer ausHolz geschnitzt und bemalt, Nähterstöckel, künstlerisch verzierteBlockschachteln und Schmucktrüherln, den Hochzeitskästchen"höherer Stände entsprechend, Spanschachteln mit bunter Wismuth-malerei. Fenstertür 3. Rockenständer aus Nordtirol und dem Algäu,Satteldachtruhe( mittelalterliche Form) aus Vorarlberg, oberhalbZeichen der Salzachschiffer. Im Möbelbau und Zierstil haben dieeinzelnen Talgaue der Alpen oft durch Geschlechterfolgen hindurchlandschaftliche Eigenart behauptet, die meist auf einen in Zeiten desWohlstandes gewonnenen Zeitstil zurückleiten. Im Montafon habensich zumeist Zeugnisse eines volkstümlichen späten Barock er-halten,( Wand 1) Stubenkasten( Anrichtschrank), darüber 1-5, 7,Deckenmittelstücke von Getäfeln. Im Arlberg und Oberinngebieterbt sich seit der Hochrenaissance ein bemerkenswert vornehmerZierstil in Möbeln und Getäfeln fort. Wand 5. Schnitztruhe und