-
15
Reiter-
Zeit um 1700. Zum Stall mit der Krippe des Jesuskindes,um die die Hirten verteilt stehen und die ein Gloriabogenmit der Schar der Engel überstrahlt, bewegt sich der figuren-reiche Zug der heiligen 3 Könige mit ihremscharen aus dem Türkenkrieg gleichenden Gefolge herunteraus der Stadt Bethlehem, in deren Architekturbild die schmuckenFassaden tirolischer und italienisierender Stadthäuser auffallen.Rechts die Ausdeutung der Weissagung durch die Schriftgelehrtenvor dem Throne des Herodes und der 12jährige Jesus im Tempel,links in prächtigem barockem Speisesaal( man denke an die Gast-mähler des Paolo Veronese), die Hochzeit zu Kanaa als Prunkmahlder Adeligen, im Freien Tafel der Bürgerlichen und eine dritte derBauern nebst Küche und Keller.
Die Weihnachtskrippe mit dem Schauplatz eines Krippen-berges stammt aus Italien, war im 16. und 17. Jahrhundert eine be-liebte kirchliche und klösterliche Schaustellung, mit der die Ab-haltung von Weihnachtsspielen vielfach in Verbindung stand. Im18. Jahrhundert hörte ihre kirchliche Beliebtheit auf und die Krippewurde zu Anfang des 19. Jahrhunderts vielfach aus der Kirche ver-wiesen. Damit verfiel diese schöne Kunstübung höheren Stils, dafürfanden die„ Kripperln" umsomehr Eingang in Haus und Familie; beider ländlichen Bevölkerung der Alpen vertreten sie bis auf denheutigen Tag noch vielerorts den städtischen Weihnachtsbaum.Solche Arbeiten künstlerisch veranlagter Hausväter und Bastler sindwohl die steil aufgebaute Krippe aus Nordtirol( Wand 2) mit naivälplerischer Freude am Leben auf der hohen Alm ausstaffiert unddie schlichte Kinderkrippe eines Wegeinräumers vom RadstätterTauern. Darüber ein älteres Krippenrelief aus Kärnten( Wand 3).Mit liebenswürdiger künstlerischer Verspieltheit ist die dazwischengestellte Hallstätter Krippe des Johann Kieninger aufgebaut, derenFiguren, zur Ablösung aufziehende Palastwache, Holzarbeiter beiverschiedenen Verrichtungen, er beweglich gemacht hat. Man be-achte die dem Dachsteinplateau entsprechende Hochweide. DieKrippenschnitzerei war in verschiedenen Gegenden der AlpenGegenstand hausindustrieller Betätigung, so in der Viehtau beiGmunden, in Berchtesgaden, Hallein und beschäftigte in Nordtirol,um Hall und Zirl, ganze Schnitzerschulen. Ein gutes Beispiel derZirler Schnitzerei an der Wand 4, darunter zwei noch 1919 als neuin Salzburg angefertigte Kripperln. Bemerkenswert weiter inKasten 3 die bemalten Totenschädel aus dem Salzkammergut,