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Führer durch das Museum für Volkskunde
Entstehung
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RAUM V.

Religiöse Volkskunst.

Im Hintergrund ein kapellenartig eingerichteter Raum mitvolkstümlich farbigen Altären, Heiligenstatuen, Bildschreinen mitWachsbossierungen u. dgl. An den Längswänden im anschließendenVorraum Heiligenfiguren und Bildtafeln. Es haben zunächstHeilige Darstellung gefunden, die dem Volk in Nöten des Lebensund der Wirtschaft besonders nahe stehen. Als Pestpatrone vielverehrt waren S. Sebastian und S. Rochus( letzterer als Pilger aufseine Pestbeule weisend), SS. Antonius, Silvester, Leonhard geltenals Viehpatrone, der hl. Christof und St. Vitus( in einem Kesselmit siedendem Oel) erscheinen besonders häufig im Pußtertal, derAnblick des ersteren stärkt den Wanderer ob seiner Riesenhaftig-keit gegen jähen Tod. In Tiroler Familien viel verehrt wird auchMutter Anna selbdritt, oder Christus an der Martersäule als Elend-herrl". Kirchlich längst abgeschafft sind Darstellungen wie dieDreifaltigkeitsplastik an der rechten Wand( gleichartige Bilder amrechten Türpfeiler nebenan), die hl. Kümmernis ist lediglich legen-darische Volksheilige. Von Mariendarstellungen verdienen eineschwarze Muttergottes von Altötting, eine Maria in blauem Welten-mantel mit Maibuschen( in der Nische nächst dem Eingang) undeine Marie aus einem massiven Holzklotz Erwähnung, die derLegende nach stets wieder auf ihren Standort an einem Baum zu-rückkehrte. Letztere an der rechten Längswand. An künstlerischerVollendung überragt die an sie gewendete handwerkliche Technikbei weitem der große lebensvolle Kruzifixus des ungelernten Bild-schnitzers und Salinenarbeiters Johann Kieninger( 1899) in Hall-statt. Die meist hölzernen Votivtafeln veranschaulichen lebendigdie Lebensnöte des Alpenvolkes und sind auch trachtengeschichtlichvielfach von Interesse.

RAUM VI.Weihnachtskrippen.

Einzigartig ist die große Weihnachtskrippe in diesem Raum,die aus Vill bei Igls in Tirol herstammt, wo sie ein gewisser SimonJaufenthaler, der Mesner des Ortes, in der Adventzeit, altem Volks-brauch gemäß durch Jahrzehnte zur Aufstellung brachte. In ihrerlebensvollen, mit barockem Prunk aufgebauten Szenerie ist sie einMeisterwerk religiöser Volkskunst; die Figuren stammen aus der