Das Museumsgebäude.
Das Heim des Museums für Volkskunde*, derehemals gräflich Schönbornsche Sommerpalast inder Laudongasse, ist ein stattlicher ausgedehnterBarockbau aus dem Beginn des 18. Jahrhundertesund wurde vom Meister Johann Lukas Hildebrandt,dem Schöpfer des Wiener Belvedereschlosses, fürden berühmten Reichsvizekanzler Friedrich KarlGraf v. Schönborn- Buchheim in höchst prunkvollerAusstattung erbaut. Ein einziger Raum des Gebäudeshat sich in der alten Ausstattung und zum Teil mitseinem historischen Bilderschmuck erhalten; er dientjetzt als Amts- und Empfangsraum der Museums-leitung.
Nach langer wechselvoller Benützung des Hausesdurch die Familie Schönborn und andere Adels-geschlechter, später im 19. Jahrhundert an Vereine,Theaterunternehmungen und Handwerksbetriebevermietet, erhielt das Haus für die Zwecke der staat-lichen Hochschule für Bodenkultur, die im Jahre 1872hier untergebracht wurde, ciuen Seitenflügel in derLangegasse zugebaut; und da für die Bedürfnisseciner öffentlichen, von Vielen begangenen Anstaltdie bestehenden Kommunikationen nicht genügten,wurde zu beiden Seiten des gegen den Gartenvorspringenden Stiegenhauses ein Zubau, beziehungs-weise ein Korridor hergestellt, Bei der Uebernahmedes Hauses für die Museumszwecke wurde der links-seitige unschöne Korridor durch einen analogenZubau, wie er rechts schon bestand, ersetzt. Diegesamte Gebäudefassade, hof- und straßenseitig,wurde entsprechend restauriert. Durch Entfernungzahlreicher, im Laufe der wechselvollen Vermietungeneingezogenen Zwischenmauern, Fenster- und Tür-durchbrüche u s. w, wurde die alte, den Museums-zwecken mehr entsprechende Raumeinteilung imGebäude zum größten Teile wieder hergestellt.
Der althistorische Charakter des Hauses stimmtaufs Beste zur Art der darin untergebrachtenSammlungen, wie ja volkskundliche Sammlungenauch sonst vielfach in altertümlichen Baurahmenauftreten( Beispiele in Brünn, Prag, Nürnberg,