Das Österreichische Museum für Volkskunde hat eine kleineWanderausstellung gestaltet, die aus den reichen Beständen desHauptgebäudes des Museums in Wien eine bedachte Auswahidarstellt. Eine Auswahl aus dreierlei Beständen: Aus den reichenBeständen der Studiensammlung, in der die Einzelteile derTrachten, des Schmuckes, der Textilien und Textilgeräte ge-lagert sind; dann aus den Beständen der eigentlichen Trachten-sammlung, in der sich komplette Volkstrachten, beziehungsweisederen genaue Kopien befinden, und schließlich aus den Bestän-den der„, Neuen Gelerie" des Museums, also der Sammlung vonBildern, die Darstellungen volkstümlicher Gegebenheiten bieten.
MUS
Die letztere Gruppe, die Bilder, größtenteils Öl- oder Tempera-bilder vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, zeigen mehr oder min-der porträtgetreue Darstellungen von Menschen in volkstüm-ficher Kleidung. Die Maler haben sie zum Zweck der Darstellungnicht kostümiert, es handelt sich durchwegs um Darstellungenvon eigentlichen Trachtenträgern, und sie haben als solchenicht nur künstlerischen, sondern auch dokumentarischen Wert.An ihnen lassen sich auch Details der Trachtengestaltung ab-lesen, die in Originalen in den einzelnen Vitrinen ausgestellt sind.
In den Hauptvitrinen der Ausstellung werden solche Ein-zelheiten dargeboten: Einzelne Trachtenstücke, wie Filzhüteoder Goldhauben, Ledergürtel oder Wollstrümpfe. Die Einzel-stücke vertreten jeweils ganze landschaftliche oder zeitlicheGruppen. Man muß sich dazu vorstellen, daß solche Hüte, wiealle anderen hier gezeigten Stücke, einerseits von Werkstättenhergestellt worden sein müssen, daß andere Stücke aber wiedertraditionellerweise im Hause, besonders von den Frauen, ge-macht, genäht, gestrickt, bestickt wurden.
Die Möglichkeiten der Herstellung allein waren und sind alsoschon vielfältig. Noch bei weitem vielfältiger jedoch war und istder Stoff- und Formenschatz. Von den naturgegebenen Stoffen,dem Leder, der Schafwolle angefangen gibt es ganze Reihenvon Materialien, die verwendet werden konnten. Während für dieMännertracht vielfach Leder und Loden im Vordergrund standen,