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Ausstellung Volkstümliche Holzplastik der Gotik : Katalog
Entstehung
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Vorwort

Das Österreichische Museum für Volkskunde verfügt unterseinen zahlreichen Sammlungsbeständen zum religiösen Volks-brauch und Volksglauben auch über einen stattlichen Besitz anHolzplastiken. Unter diesen meist aus Hausaltären, Hofkapellen,Wallfahrtsstätten und anderen Heiligtümern stammenden Figurenbefindet sich auch fast ein halbes Hundert Plastiken der Gotikaus den verschiedensten Gebieten des alten Österreich, vor allemaus den Alpen- und Donauländern. Diese Holzplastiken derGotik, die man in dieser Anzahl kaum in einem Volkskunde-museum vermuten würde, sind zum größten Teil vor mehr alseinem halben Jahrhundert, in den Gründungsjahrzehnten desMuseums gesammelt worden. Damals stand die Erforschung dergotischen Holzplastik von seiten der Kunstwissenschaft noch inihren Anfängen, und die allenthalben weit ausgreifende samm-lerische Volkskunde durfte sie daher noch mit einigem Rechtwenigstens als Anschauungsmaterial für das weite Gebiet desreligiösen Volksglaubens miteinbeziehen.

Diese frühen Erwerbungen aus dem Gelände und aus demAntiquitätenhandel erfuhren eine beträchtliche Vermehrungdurch den Ankauf einer größeren Anzahl derartiger Plastikenaus dem Nachlaß des Erzherzog- Thronfolgers Franz Ferdinand.Die Hauptbestände aus dieser großen, aber sehr heterogenenSammlung wanderten damals wohl in die zuständigen Samm-lungen. Ein nicht unbeträchtlicher Teil gelangte aber mit gutenVolkskunststücken an unser Museum und wurde der neuen Auf-stellung der Schausammlung im Gartenpalais Schönborn einge-gliedert, die in den ersten Jahren nach dem ersten Weltkriegin sehr gedrängter Fülle dargeboten wurde.

Bei der Neuaufstellung in den Jahren nach dem zweitenWeltkrieg wurden die meisten dieser Plastiken wieder aus derSchausammlung herausgezogen und meist nur in thematisch be-grenzten Sonderausstellungen aus verschiedenen Gebieten derreligiösen Volkskunst gezeigt. Da es sich bei diesen Plastikengrößtenteils um Bestandteile von aufgelösten Flügelaltären sowieum Devotionalkopien von vielverehrten Gnadenbildern handelt,ist eine solche Heranziehung der Bildwerke ohne Hinblick aufihre spezielle Qualität, Herkunft und Zeitstellung durchaus zu

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