Offentlichkeit auch im täglichen Umgang auf den InnviertlerBauernhof gestoßen wird. Aus Anlaß des Jubiläums prägte dieNationalbank eine neue loo Schilling- Münze mit dem Bild ei-
nes Innviertler Vierseithofes s7). Die Wahl dieses Motives 260muß als ausgesprochen glücklich bezeichnet werden, denn es prsymbolisiert die Eigenständigkeit des Innviertels gleicher-maßen wie seine kulturelle Einheit mit dem ostbayerischenStammland, die durch die Grenzziehung im Jahr 1779 nicht aus-gelöscht wurde. Man kann die Münze im übertragenen Sinn aberauch als einen Orden für die 100- jährige Erforschung desBauernhauses ansehen, das wohl dadurch erst seine Symbol-kraft erlangte.
Die Wirkung des Ethnographischen Dorfes bei der Wiener Welt-ausstellung für die Beachtung des ländlichen Wohnwesens istlängst erkannt. Ihr folgte eine intensive Bestandsaufnahmedes Bauernhauses in weiten Teilen Mitteleuropas und ließ be-
achtliche Mappenwerke entstehen 8). Für" Das Bauernhaus in
Österreich- Ungarn" verfaßten Michael HABERLANDT und AntonDACHLER einen umfangreichen Kommentar, der die einzelnen
Pläne in einen größeren Zusammenhang stellt 9). In den Ar-beiten von Eduard KRIECHBAUM 10), Rudolf HECKL 11)LIPP12)
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und Franzüber das oberösterreichische Bauernhaus erscheintder Innviertler Vierseithof stets als eigenständige Hofform.Die Kenntnis über den Umfang der westlichen Ausbreitung desVierseithofes in Niederbayern verdanken wir insbesonders den13)Forschungen von Torsten GEBHARD nachdem Arthur Haber-
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landt in einer ersten europäischen Hofformenkarte den Vier-
seithof in großen Zügen kartographisch fixiert hatte 14).
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